Evangelisches Dekanat Runkel

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    Endlich ist es soweit

    27.11.2021 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    Viele Menschen können es kaum erwarten, dass endlich die traurigen Novembertage vorbei sind. Lange vor dem 1. Advent zauberten sie bereits mit Lichterketten und Dekoartikeln in ihre Wohnungen weihnachtliche Gemütlichkeit. Geschäfte nutzten das Bedürfnis nach Licht und Behaglichkeit für ihre Zwecke. Es gab sogar Friedhofsgärtnereien, die luden am Ewigkeitssonntag zu einem Weihnachtsmarkt ein. Offensichtlich schauen selbst die, welche vom Tod leben, lieber über ihn hinweg.

    Bei einem Vortrag sagte der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar: „In zehn Jahren wird es möglich sein, das Todesjahr eines Menschen vorauszusagen.“ Falls nicht ein außergewöhnliches Ereignis wie ein Unfall unsere biologische Uhr zum Stillstand zwingt, wird sie demnach zu einem genetisch festgelegten Zeitpunkt aufhören zu ticken. Yogeshwar fragte seine Zuhörerinnen und Zuhörer, wer das Todesjahr, das sich aufgrund des eigenen Genoms ermitteln lässt, erfahren wolle. 82 Prozent lehnten ab. Nur eine Minderheit versprach sich vom Wissen über das eigene Todesjahr Vorteile. Ihre Argumente: Die restliche Lebenszeit könne eingeteilt und bewusst gestaltet werden; das Wissen um das eigene Lebensende sei eine Chance, um das eigene Leben mit mehr Leben sinnvoll zu füllen. Ob diese Rechnung aufgeht, ist jedoch zu bezweifeln. Denn alles, was berechenbar ist, wird hinfällig, wenn etwas Unvorhersehbares geschieht. Und weil immer Unvorhersehbares eintritt, bleiben das Leben und sein Ende eben doch unberechenbar.

    Leben ist und bleibt ein unerklärliches Wunder. Dieses Wunder feiern Christen mit der Ankunft des Christuskindes in der Welt. Mit ihm triumphiert nicht nur das Leben über den Tod, auch das Unberechenbare triumphiert über das Berechenbare. Für das Wunder, dass Gott Mensch geworden ist, gibt es keine Erklärung. Menschen können dieses Ereignis nur feiern. Deshalb ist es kein Wunder, wenn schon vor dem 1. Advent viele Kerzen leuchten und weihnachtlicher Schmuck glänzt. Gottes Kommen in die Welt überstrahlt alles. Vor allem das, was traurig macht. Und Trauriges gibt es besonders im November genug.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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