Evangelisches Dekanat Runkel

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    Ordinationsjubiläum Pfr. Wolfgang Plodek

    Verlässlich für die Gemeinde da sein

    © PrivatOrdination von Pfarrer Wolfgang Plodek am 28.1.1996 in der Evangelischen Kirche Dauborn.

    25 Jahre an derselben Dienststelle zu verbringen – in der heutigen Zeit ist das eine besondere Leistung. Am 28. Januar 2021 beging Pfarrer Wolfgang Plodek von der Evangelischen Kirchengemeinde Dauborn sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum.

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    © PrivatSusanne Holz-Plodek und Wolfgang Plodek nach ihrer Ordination beim Festempfang in der Dauborner Mehrzweckhalle.

    Zusammen mit seiner Ehefrau Susanne Holz-Plodek, die sich ebenfalls als Pfarrerin in Dauborn mit ihm die Stelle teilte und die im vergangenen Jahr nach schwerer Krankheit verstarb, wurden beide am selben Tag von Propst Günther Ermel ordiniert. Eine offizielle Feier mit Gästen kann wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht stattfinden.

    In einem Rückblick erinnert sich Pfarrer Plodek: Es war ein nasskalter Sonntag Ende Januar 1996, die Kirche in Dauborn zeigte sich noch in weihnachtlichem Schmuck. Zusammen mit zahlreichen Gemeindemitgliedern und Gästen waren das Pfarrehepaar Susanne Holz-Plodek und Wolfgang Plodek auf dem Weg zur Kirche, zum Ordinationsgottesdienst. Beide waren als Pfarrvikare mit der Verwaltung der Pfarrstelle in Dauborn betraut worden, die zuvor zweimal ergebnislos ausgeschrieben worden war. Der zuständige Propst, Pfarrer Günther Ermel, führte durch die Verpflichtung und Einsegnung. Als Ordinationszeugen waren Gäste der Pfarrleute angereist aus Oberhessen und Thüringen, aus Württemberg und Bayern. Darunter war auch ein altkatholischer Priester, eine Seltenheit zu einer Ordination.

    Der Bezirksposaunenchor Oberhessen/Nordnassau beteiligte sich an der reichen musikalischen Gestaltung. Den Orgeldienst hatte Maria Bandur aus Frankfurt übernommen, sie leitete auch einen kleinen Chor. Pfarrer Plodek hatte gleich zu Anfang auf Anregung aus der Gemeinde einen Kirchenchor gegründet und leitet ihn seitdem; der Chor könnte also in dem „Jahr ohne Gesang“ schweigend sein Jubiläum eines Vierteljahrhunderts feiern. Die Predigt hielt Susanne Holz-Plodek. Im Blick auf einen Text aus dem 1. Petrusbrief sprach sie von der aktiven Zeugenschaft für die Größe und Güte Gottes. Sie schlug damit einen Bogen vom Schreiber des Bibeltextes zur Gemeinde und dem Auftrag der Ordinierten.

    Doch der Weg nach Dauborn war zunächst holprig, denn bis Dezember 1995 stand das Pfarrhaus wegen Renovierungsarbeiten noch nicht zur Verfügung. Erst danach konnte das Pfarrehepaar mit den beiden Söhnen einziehen.

    "Wir hatten uns die Pfarrstelle Dauborn nicht ausgesucht, haben uns doch auf die Aufgabe eingelassen."

    Bereits im September 2020 hätte Pfarrer Plodek sein 25-jähriges „Ortsjubiläum“ feiern können, was jedoch keine Aufmerksamkeit erhielt. Mit dem neuerlichen Jubiläum stellt sich die Frage: Was bedeuten ihm die 25 Jahre in Dauborn? Pfr. Plodek: „Unser Ziel war es, für die Gemeinde verlässlich zu sein und eine gut vorbereitete Arbeit zu leisten. Wir haben über die lange Zeit unsere Arbeit als Dienst verstanden. Wir hatten uns die Pfarrstelle Dauborn nicht ausgesucht, haben uns doch auf die Aufgabe eingelassen mit dem uns möglichen Engagement und haben uns anregen lassen von den Räumen, der Landschaft und der Eigenart der Menschen hier.“

    Neben den üblichen Aufgaben haben beide gerne auch ihre weitergehenden Fähigkeiten eingebracht für besondere kulturelle Aktionen und Veranstaltungen, unter anderem die Dauborner Orgeltage und Harmoniumkonzerte, Modellbahngottesdienst und Stollenbacken, Fröbelsterne basteln, Glaubenskurse und der jährliche Neujahrsempfang.

    Daneben waren die Jahre von einigen anstrengenden Bauprojekten geprägt: verschiedene Arbeiten an der Kirche, an Orgel und Glocken, Neubau des Gemeindehauses in Niederbrechen, Sanierung des Pfarrhauses im vollen Betrieb. Die nötige Renovierung des Gemeindehauses in Dauborn steht noch aus.

    Ein Wechsel kam nie zustande

    Verschiedentlich haben beide es unternommen, ihre Kenntnisse und Einsichten für einen Dienst auf einer anderen Stelle anzubieten, doch hat das nie zu einem Wechsel geführt. So ist Susanne Holz-Plodek am Ende ihrer Krankheit verstorben im Dienst als Pfarrerin für Schadeck und für Dauborn mit Gnadenthal, Ober- und Niederbrechen.

    Es ist eher selten, dass Pfarrleute über einen so langen Zeitraum in einer Gemeinde bleiben. 25 Jahre umfassen eine Generation. So hat das Pfarrersehepaar viele Familien durch verschiedene Lebensereignisse begleitet: Eheschließung, Taufe und Konfirmation, Bestattung und Trauerfeier. In einem Dorf hat diese lange Kontinuität auch Vorteile: man kann die Zusammengehörigkeit von Familien und komplizierte Familiengeschichten leichter durchschauen. „Über die lange Zeit kommt man nicht nur ins Wohnzimmer, sondern auch in die dunkle Kammer dahinter – bildhaft ausgedrückt“, so Plodek. Dabei ist die Kirchengemeinde sehr vielschichtig: neben der pragmatischen Frömmigkeit mit reformiertem Hintergrund in Dauborn werden die Ortsteile Ober- und Niederbrechen in der Diaspora geprägt von sehr verschiedenen Traditionen derer, die von auswärts zugezogen sind. Dazu kommt Gnadenthal mit eigenem geistlichen Schwerpunkt und mit Einwohnern in- und außerhalb der Kommunität.

    Nach 25 Jahren Dienst ist der Ruhestand in einigen Jahren absehbar. Plodek dazu: „In der aktuellen Krise ist es gleichzeitig erforderlich, die Arbeit für die Kirchengemeinde neu zu strukturieren. Das Fehlen einer wichtigen Person macht vieles mühsam.“ Er möchte darauf hinarbeiten, dass die Kirchengemeinde bei seinem Weggang in geordnetem Zustand dann gut neu zu besetzen ist. „Jede Pfarrperson ist nur auf Zeit in einer Gemeinde tätig, selbst wenn das viele Jahre sind. Man kann ein wenig Einfluss nehmen auf das geistliche Leben, kann für die Menschen da sein, die einem gerne in Anspruch nehmen, kann aber eine gewachsene Struktur nie umkrempeln“, so Plodek.

    Zur Person:
    Wolfgang Plodek, geboren am 28.3.1958 in Frankfurt am Main. 1984 und folgende Jahre Familiengründung mit Susanne Holz und Geburt der beiden Söhne. Studium in Frankfurt und Heidelberg. 1989 erstes theologisches Examen, anschließend Vikariat am theologischen Seminar Friedberg. 1992 zweites theologisches Examen mit anschließendem zwölfmonatigem Spezialpraktikum.
    1.9.1995 Ernennung zum Pfarrvikar und Beauftragung der Pfarrstelle in Dauborn, ab 1.1.1996 in Stellenteilung mit Ehefrau und Pfarrerin Susanne Holz-Plodek, gemeinsame Ordination am 28.1.1996. Am 1.12.1999 Ernennung zum Pfarrer auf Lebenszeit. Pfarrerin Susanne Holz-Plodek verstarb am 24.3.2020 nach schwerer Krankheit.

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