Evangelisches Dekanat Runkel

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Mehr als ein Kunstführer

Broschüre zur Heilig-Grab-Kapelle in Weilburg erschienen

(c) Guido Hepke

Die Heilig-Grab-Kapelle in Weilburg ist die älteste erhaltene Kirche der Stadt. Und sie ist viel mehr als eine normale Kirche: 1507 wurde das Kirchengebäude als Pilgerstätte errichtet. Nun wurde eine 16-seitige Broschüre mit der Geschichte und Erläuterungen zur Kunst und Architektur vorgestellt.

(c) Guido Hepke

Die Kapelle, die in der Jerusalemer Grabeskirche das leere Grab von Jesus umgibt, diente als Vorbild. Der 31 m entfernte Kalvarienberg, die von einem Baldachin geschützte Kreuzigungsszene, erinnert an Golgatha. In der Jerusalemer Grabeskirche ist der Ort der Kreuzigung von Jesus ebenfalls 31 m von der Kapelle entfernt.

Im späten Mittelalter diente die Heilig-Grab-Kapelle als Pilgerstätte. Eigentlich sollte jeder Christenmensch damals einmal im Leben nach Jerusalem pilgern, um am Ort der Kreuzigung und Auferstehung des Heilands zu beten. Doch nur wenige konnten sich eine solche Reise leisten. Pilgerstätten wie die Heilig-Grab-Kapelle boten einen Ersatz. Ein Besuch galt als frommes Werk – wie beim Besuch Jerusalems wurde dem Pilger der Erlass aller Sündenstrafen versprochen. Die Heilig-Grab-Kapelle ist also wie ein Zeitfenster: Sie lässt uns zurückblicken in die Geschichte und Kultur Mitteleuropas am Vorabend der Reformation. Nur in Görlitz gibt es eine vergleichbare Anlage.

Mit der Einführung der Reformation verlor die Kapelle ihre ursprüngliche Bedeutung. Dem damals vor den Stadttoren neu angelegtem „Alten Friedhof“ diente sie viele Jahre als Kapelle. Das Gebäude wurde mit der Zeit baufällig – übrig blieb eine Rumpelkammer für Gartengeräte. Erst im 19. Jahrhundert erwachte die Kapelle aus ihrem Dornröschenschlaf. Familie von Dungeon erwarb die Kapelle und baute sie zur Familiengrabstätte um. Der Ort wurde wahrscheinlich zugleich auch als private Gottesdienststätte der Familie genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb die Evangelische Kirchengemeinde Weilburg die Heilig-Grab-Kapelle und den zugehörigen Kalvarienberg, um aus dem Kulturdenkmal wieder eine kleine Kirche werden zu lassen.

Die Kapelle ist mehr als eine Kirche
Die Baugeschichte macht deutlich: Die Kapelle ist mehr als eine kleine Kirche. Hier haben wir einen spirituellen Ort in Weilburg, an dem Menschen der zentralen Botschaft vom Sterben und Auferstehen von Jesus Christus nachspüren können. Insbesondere im Gottesdienst am Karfreitag zur Todesstunde von Jesus lässt sich das Leiden und Sterben des Heilandes in besonderer Weise nachempfinden. Die Steinfiguren des Kalvarienberges sind von einem bedrückenden Realismus.

Sie machen sichtbar: Jesus hat alles Leid auf sich genommen, um uns Menschen nahe zu sein. Jesus weiß also, wie es uns Menschen geht, wenn uns Sorgen und Nöte quälen. Der Kalvarienberg zeigt uns Gott als den sym-pathischen Schöpfer. Er leidet mit. Gott ist also nicht weit weg und verborgen, wenn es uns Menschen schlecht geht. Er ist da, selbst wenn wir das vielleicht erst im Nachhinein spüren.

Kein Leid kann uns Menschen von Gottes Liebe trennen. Dies ist die Botschaft von Heilig-Grab-Kapelle und Kalvarienberg. Die Kapelle gibt diesem Evangelium Gestalt: Das Grab von Jesus war leer. Christus ist auferstanden. Daher braucht es auch keinen Nachbau des leeren Grabes. Es reicht ein Steinaltar vor dem nach Osten gehenden Fenster. Wenn bei der Feier der Osternacht die Schwärze der Nacht dem hellen Licht des Morgens weicht, dann wird so die Osterbotschaft illustriert: Jesus ist auferstanden. Dies ist das Zeichen: Uns Menschen blüht das Leben, auch durch den Tod hindurch.

Ein Kirchenführer als spiritueller Wegweiser
Nach dem Sprichwort „Man sieht nur, was man weiß“ wollen Raimund Kolberg und Pfarrer Guido Hepke mit dem neuen Kunstführer zur Heilig-Grab-Kapelle nicht nur die Geschichte des Denkmals erläutern. Sie laden die Besucher dieser Kapelle ein, sich mit der spirituellen Botschaft zu beschäftigen: Jesus Christus ist für uns gestorben und auferstanden.

Entstanden ist ein 16seitiges Heft, das mit zahlreichen Bildern zum Besuch der Heilig-Grab-Kapelle und des Kalvarienberges einlädt. Selbst wenn die Kirche geschlossen ist, dient der Kunstführer als Unterstützung, um über die Grundfragen des Lebens nachzudenken. Der Kirchenführer ist in der Heilig-Grab-Kapelle sowie in der Schlosskirche gegen eine Spende erhältlich.

Raimund Kolberg und Pfr. Guido Hepke planen schon das nächste Projekt: Auch zur Schlosskirche soll es einen spirituellen Führer geben.

Aufruf zur Unterstützung: Rettet die Heilig-Grab-Kapelle
Mit dem Kunstführer rufen die Autoren dazu auf, dieses Kleinod europäischer Kunstgeschichte zu erhalten. Die Kapelle ist dringend sanierungsbedürftig. Bislang hat ein Erhalt der Heilig-Grab-Kapelle in der Landeskirche eine nachrangige Bedeutung. Es gibt mehr sanierungsbedürftige Kirchen in der EKHN als Finanzmittel zur Verfügung stehen. Die Evangelische Kirchengemeinde Weilburg möchte trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen die Kapelle als einen besonderen gottesdienstlichen Ort erhalten.

Die Gemeinde bittet um Mithilfe: Rettet die Heilig-Grab-Kapelle. Die Stiftung „evangelisch-in-weilburg“ unterstützt die Bemühungen der Kirchengemeinde.

Pfarrer Guido Hepke

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