Evangelisches Dekanat Runkel

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    Synode fand statt - trotz Einschränkungen

    Foto: Peter WagnerDekan Manfred Pollex bei der Eröffnung der gemeinsamen Synode der Dekanate Runkel und Weilburg. Im Hintergrund die Präsides der Dekanate, Christian Harms (links) und Peer Schmidt (rechts).

    Weilburg, 23.10.2020 - Der Ort war gut gewählt, alle Delegierten saßen mit ausreichend Abstand in den langen Bankreihen der Weilburger Schlosskirche – allein, es konnten keine wichtigen Beschlüsse von beiden Synoden gefasst werden, da bei einem Dekanat die erforderliche Zahl an Delegierten nicht zustande kam. Am Freitag, 23. Oktober, tagte die fünfte gemeinsame Synode der Evangelischen Dekanate Runkel und Weilburg, die trotz steigender Corona-Infektionen dank eines schlüssigen Hygienekonzepts stattfinden konnte.

    Trotzdem blieben nicht wenige der Delegierten aus Sorge vor einer Ansteckung der Synode fern. Jedes der beiden Dekanate entsendet 44 Delegierte, 30 ist in beiden Dekanaten die Mindestanzahl für eine Beschlussfähigkeit. Aus dem Dekanat Runkel wurde die 30 gerade erreicht, das Dekanat Weilburg war mit nur 25 Delegierten vertreten, so dass zumindest keine gemeinsamen Beschlüsse gefasst werden konnten und ein Teil der Tagesordnungspunkte auf den nächsten Termin verschoben wurde.

    In einer launigen Andacht zu Beginn der Tagung sprach Dekan Manfred Pollex von gefühltem fehlenden Halt und mangelnder Sicherheit, von einem wiederbeginnenden Panikmodus und erinnerte dabei an christliche Kernbegriffe wie Vertrauen und Zuversicht, die gerade in dieser Zeit von besonderer Bedeutung sind. Er endete mit den Zeilen aus dem Lied Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten wunderbar geborgen“.

    Noch kein Name für das fusionierte Dekanat

    Da sich beide Dekanate auf der „Zielgeraden“ zur Fusion am 1.1.2022 befinden, muss ein neuer Name für das vergrößerte Dekanat gefunden werden. Der Vorschlag an die Synode, für den Namen „Evangelisches Dekanat an der Lahn“ zu stimmen, musste wegen der Beschlussunfähigkeit der Weilburger Synode vertagt werden. Der Namensvorschlag ergab sich aus der Tatsache, dass die Lahn nicht nur beide Dekanate durchzieht, sondern auch alle vier neugeschaffenen Nachbarschaftsräume berührt.

    Haushalt 2021

    Ein weiterer wichtiger Punkt, der ebenfalls nicht von der gesamten Synode beschlossen werden konnte, war der Haushalt 2021. Für das Dekanat Runkel wird er jedoch, nach Beschluss in der gegenwärtigen Ausnahmesituation vom Dekanatssynodalvorstand (DSV) geschäftsführend beschlossen. (Ergänzung vom 4.11.2020: Für das Dekanat Weilburg wurde zwischenzeitlich eine gleichlautende Lösung vereinbart, ein Vorstellungstermin des Haushaltsentwurfs wird am 20.11.2020 stattfinden, der Beschluss soll dann ebenfalls geschäftsführend vom DSV durchgeführt werden).

    Letztlich konnten doch einige Abstimmungen und Benennungen durchgeführt werden, unter anderem für den Trägerausschuss der „Gemeindeübergreifenden Trägerschaft“ für Kindertagesstätten (GÜT). Die GÜT wurde gegründet, um weitgehende Verwaltungsaufgaben für Kitas zu bündeln und gemeindeübergreifend zu bearbeiten. Damit stellt sie eine Entlastung für die Kita-Leitungen und die Vorstände in den Dekanaten dar. Derzeit nehmen insgesamt neun Gemeinden an der GÜT teil, vier aus dem Dekanat Runkel, fünf aus dem Dekanat Weilburg. Für den dazugehörigen Trägerausschuss, der im Moment von Dekan Ulrich Reichard und Doris Ruppelt (DSV Runkel) gebildet wird und der einmal aus sechs Personen bestehen soll, konnten zwei Plätze neu besetzt werden: Anneliese Kniesner aus dem Kirchenvorstand der Gemeinde Münster sowie Silke Maier vom Kirchenvorstand Laubuseschbach werden den Ausschuss ab sofort verstärken. Zwei Plätze sind noch zu vergeben. In einer Wortmeldung von Pfarrerin Cornelia Stock, Weilburg, kam unter anderem auch zur Sprache, dass es in diesem Jahr „leider zu viel Corona und zu wenig GÜT“ gegeben hat. Nach einer Stellenausschreibung für die Geschäftsführung wurden Anfang des Monats Bewerbungsgespräche durchgeführt und eine Kandidatin ausgewählt, die zum 1. Dezember die Geschäfte aufnehmen soll. Weitere Benennungen gab es für den Ökumenischen Kirchentag, der im kommenden Jahr vom 12. bis 16. Mai in Frankfurt stattfinden soll. Als regionale Beauftragte für den Kirchentag wurden Tanja Richter, Dekanat Weilburg und Joachim Naurath, Dekanat Runkel, benannt.

    Zum Schluss warb Pfarrer Jörg Keller noch um Mitstreiter in einer Innovations-AG, die unter dem Motto „zu denken ist alles erlaubt“ die Aufgabe hat, unkonventionell neue Ideen zu entwickeln und auch über Möglichkeiten außerhalb der kirchlichen Pfade nachzudenken. Sie soll in nächster Zeit starten und als ständige Arbeitsgruppe eingerichtet werden. Durch die übrigen vertagten Punkte und die ausgefallenen Aussprachen endete die Synode nach gut zwei Stunden.

    Nachtrag: Digitale Synode Weilburg vom 16.12.20

    Es herrschte eine gewisse Spannung, ob die Technik funktioniert und auch sonst alles wie geplant über die Bühne gehen kann. Doch die erste digitale Synode des Evangelischen Dekanats Weilburg ist am Mittwochabend, 16.12., erfolgreich durchgeführt worden.

    Nach der Beschlussunfähigkeit der letzten Synode am 23. Oktober musste dieser Ersatztermin einberufen werden, der aufgrund des gegenwärtigen Lockdowns nun erstmals per Videokonferenz stattfand. Von 44 stimmberechtigten Synodalen waren 32 zugeschaltet, so dass eine gültige Abstimmung erfolgen konnte. In seiner Begrüßung erklärte Präses Peer Schmidt auch das Abstimmungsprocedere per „Videoschalte“, was dann in der Praxis auch korrekt umgesetzt wurde.

    Haushalt zur Einsicht

    Wichtigster Tagesordnungspunkt war der Haushalt 2021, der noch in diesem Jahr beschlossen werden musste. Bereits im November fand eine ausführliche Vorstellung des Haushaltsentwurfs statt, Fragen konnten dort im Vorfeld geklärt werden. Daher fand die Abstimmung darüber ohne weitere Diskussion statt. Mit 31 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Haushalt 2021 beschlossen. Dieser liegt vom 11. bis 20. Januar 2021 im Ev. Dekanat Weilburg zur öffentlichen Einsicht aus. Wegen des Lockdowns ist das Dekanatsbüro nicht durchgehend besetzt, es wird um Terminvereinbarung per E-Mail gebeten (dekanat.weilburg@ekhn.de).

    Nachwahl eines DSV-Mitglieds

    Zweiter Punkt war die Nachwahl einer Pfarrperson für den Dekanatssynodalvorstand. Kandidiert hat Pfarrer Hans-Peter Fuchß von der Kirchengemeinde Weilmünster. In seiner Vorstellung erklärte der 58-jährige, dass er – sollte er gewählt werden – sich auf dieses Amt freue und sich engagiert einbringen möchte, auch wenn es nur noch eine „Restlaufzeit“ von einem Jahr habe. Die Wahl selbst erfolgte nicht per Videoabstimmung, sondern wird durch Briefwahl durchgeführt, bis 23.12.2020 müssen die Briefwahlunterlagen im Dekanat eingegangen sein.

    Abschließend bedankte sich Dekan Ulrich Reichard bei den Synodalen, von denen viele zum ersten Mal an einer derartigen Videokonferenz teilnahmen, dies jedoch mit Engagement und Disziplin taten. Musikalisch begleitet wurde die Andacht und der Schlusssegen von Dekanatskantorin Doris Hagel. Die nächste Dekanatssynode findet – voraussichtlich wieder digital – am 12. März 2021 statt.

    Peter Wagner
    Öffentlichkeitsarbeit

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