Evangelisches Dekanat Runkel

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    Synode wählt Dekanin in evangelisches Leitungsamt

    Sabine Bertram-Schäfer wird neue Pröpstin für Nord-Nassau

    Foto: Volker Rahn

    Sabine Bertram-Schäfer ist die neue Pröpstin für den Bereich Nord-Nassau. Die hessen-nassauische Kirchensynode wählte die 53 Jahre alte Dekanin des Dekanats Büdinger Land in das evangelische Leitungsamt. Sie erhielt 75 Ja-Voten von abgegebenen gültigen 129 Stimmen.

    Ab dem kommenden Jahr ist sie die geistliche Leitungsperson in der mittelhessischen Region um Herborn für rund 200.000 Kirchenmitglieder in169 Gemeinden. Ihre Aufgabe ist mit der einer „Regionalbischöfin“ in anderen evangelischen Kirchen vergleichbar. Bertram-Schäfer tritt die Nachfolge von Annegret Puttkammer an, die zum Jahresende Direktorin des Neukirchener Erziehungsverein in Neukirchen-Vluyn bei Duisburg wird.

    Kirche: Resonanzfähig, diakonisch, öffentlich
    In ihrer Bewerbungsrede sprach sich Bertram-Schäfer für eine „resonanzfähige Kirche“ aus. Es sei dabei vor allem in den anstehenden Reformprozessen wichtig, „genau wahrzunehmen, zu schauen und zu hören“. Zugleich müssten auch diakonische Aufgaben in den Blick genommen werden. In ihrer diakonischen Arbeit zeige „sich die Kirche Jesu Christi in ihrer ganzen Vielfalt“. Ihrer Ansicht nach bleibt auch das öffentliche Wirken der Kirche von zentraler Bedeutung. Bertram-Schäfer: „Kirche steht nicht allein für sich. Sie ist immer Kirche, die sich auf die Welt und die Menschen bezieht.“

    Zur Person: Sabine Bertram-Schäfer
    Sabine Bertram-Schäfer wurde 1966 in Seefeld in der Nähe von München geboren und wuchs im Westerwald auf. Sie studierte evangelische Theologie in Mainz, und Marburg. Ihr Vikariat, die Ausbildung zur Pfarrerin, absolvierte sie in Usingen. Ihre erste Pfarrstelle übernahm sie 1997 in Dauernheim bei Nidda. Drei Jahre später wurde sie zur stellvertretenden Dekanin des Dekanats Nidda gewählt und 2005 zur Dekanin des Dekanats Büdingen. Seit 2016 ist sie Dekanin des heutigen Dekanats Büdinger Land. Die Pfarrerin ist stellvertretende Vorsitzende im Vorstand der hessen-nassauischen Dekaninnen und Dekane. Bertram-Schäfer war von 1998 bis 2013 Synodalin der hessen-nassauischen Kirchensynode und Mitglied in zahlreichen Fachausschüssen. Sie engagierte sich darüber hinaus unter anderem in der Weiterentwicklung des Pfarrbildes und ist seit zehn Jahren an der Auswahl von Pfarramtskandidatinnen beteiligt. Daneben vertrat sie die EKHN auf Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland etwa bei Konsultationen zur Rolle der Landpastorinnen und Landpastoren.

    Zur Propstei Nord-Nassau
    Die Nachfolgerinnen von Annegret Puttkammer werden ihre Aufgabe Anfang 2021 antreten. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Die Pröpstin für Nord-Nassau ist als geistliche Leitungsperson in der mittelhessischen Region von Herborn aus für rund 200.000 Gemeindeglieder in 169 Gemeinden mit rund 180 Pfarrerinnen und Pfarrern zuständig. Die Propstei umfasst Gebiete um Biedenkopf, Herborn, Westerburg und Limburg. Damit gehören Regionen in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie ein kleiner Teil von Nordrhein-Westfalen zum Verantwortungsbereich. Die Pröpstin, deren Funktion mit der einer „Regionalbischöfin“ in anderen Kirchen vergleichbar ist, ist auch Mitglied in der Kirchenleitung der EKHN sowie Vorgesetzte der Dekaninnen und Dekane.

    Hintergrund: Verfahren zur Propstwahl
    Das Verfahren der Propstwahl ist in Artikel 56 der Kirchenordnung genau geregelt. Entsprechend den Vorgaben wurde die Stelle im Amtsblatt der EKHN zunächst ausgeschrieben und dazu aufgerufen, mögliche Kandidatinnen oder Kandidaten zu nennen. Dazu kann jedes Kirchenmitglied Vorschläge an den Kirchensynodalvorstand einreichen. Die Benannten konnten dann anhand einer schriftlichen Bewerbung ihr Interesse bekunden. Aus dem Bewerbendenkreis erstellt der Kirchensynodalvorstand einen Wahlvorschlag, der mindestens zwei Personen umfassen soll. Zu dem daraufhin zustande gekommenen Wahlvorschlag werden der Pfarrerausschuss und die zuständige Propsteiversammlung gehört, die sich aus den Dekanen und Dekaninnen sowie den Dekanatssynodalvorsitzenden der Propstei zusammensetzt. Auch auf der Wahl-Synode selbst können noch Vorschläge zu Wahl unterbreitet werden, wenn 20 Prozent der Delegierten eine zusätzliche Kandidatur befürworten. Dann muss die Wahl allerdings verschoben werden. Die Amtszeit für Pröpste und Pröpstinnen beträgt sechs Jahre, eine Wiederwahl ist möglich.

    Volker Rahn

    Mit Schwung ins Pröpstinnenamt

    Sabine Bertram-Schäfer wird Nachfolgerin von Annegret Puttkammer

    Von Stefanie Bock / Quelle: Evangelische Sonntags-Zeitung

    Offenbach. Von der Wetterau nach Nord-Nassau: Sabine Bertram-Schäfer wird neue Pröpstin der nördlichsten Propstei der Landeskirche. Sie setzte sich bei der Wahl mit 75 zu 50 Stimmen gegen Claudia Gierke-Heinrich (59), stellvertretende Dekanin des Dekanats Runkel, durch.

    Die Erleichterung war ihr deutlich anzumerken. Es war ein langer Weg, von der Entscheidung für das Pröpstinnenamt zu kandieren, bis zur Verkündung des Wahlergebnisses. Aber er hat sich gelohnt für Sabine Bertram-Schäfer. Die Dekanin des Dekanats Büdinger Land wird ab Januar die nördlichste Propstei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau als Pröpstin begleiten. Eigentlich sollten die hessen-nassauischen Synodalen bereits im Frühjahr über die Nachfolge Annegret Puttkammers entscheiden. Die amtierende Pröpstin wird zum Jahresende Direktorin des Neukirchener Erziehungsverein in Neukirchen-Vluyn bei Duisburg. Doch Corona machte dem Zeitplan einen Strich durch die Rechnung, die Synode wurde abgesagt, die Wahl verschoben und die Nerven der beiden Kandidatinnen Bertram-Schäfer und Claudia Gierke-Heinrich strapaziert.

    »Willst Du dir das wirklich antun?« Diese Frage sei ihr im Vorfeld gestellt worden. Eine Frage, die die Ortenbergerin »leicht und klar« beantworten könne, sagte sie. Viel zu groß sei die Freude am Gestalten, am Bewegen mit anderen Menschen und »weil ich eine Vorstellung davon habe, wie die Kirche der Zukunft aussehen« könne. Sie wolle eine öffentliche und eine diakonische Kirche. Und vor allem im Team agieren, davon sprach die 53-Jährige in ihrer Bewerbungsrede häufig: Gemeinsam nach Antworten suchen, sich auf andere Menschen einlassen, Beziehungen eingehen – das sei ihr wichtig. Erst zuhören, dann ins Gespräch kommen und so Antworten finden, das ist ihre Devise, versprach sie den 130 Synodalen.

    Sabine Bertram-Schäfer wurde 1966 in Seefeld in der Nähe von München geboren und wuchs im Westerwald in Nord-Nassau auf. Ihre erste Pfarrstelle übernahm sie 1997 in Dauernheim bei Nidda. Drei Jahre später wurde sie zur stellvertretenden Dekanin des Dekanats Nidda gewählt und 2005 zur Dekanin des Dekanats Büdingen. Seit 2016 ist sie Dekanin des heutigen Dekanats Büdinger Land. Ihr neues Amt tritt sie Anfang kommenden Jahres an.

    Dann wird sie besonders in den ersten Wochen und Monaten ihrer Amtszeit viel unterwegs sein, um die 200 000 Gemeindemitglieder, 180 Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die 169 Kirchengemeinden Nord-Nassaus zu besuchen. Die mittelhessische Propstei umfasst Gebiete um Biedenkopf, Herborn, Westerburg und Limburg. »Die Region hat eine wunderschöne Landschaft. Die Menschen leben in Gegenden, in die andere Menschen kommen um Urlaub zu machen«, gerät sie ins Schwärmen. Weite Wege mit dem Auto zurücklegen ist ihr aus dem Dekanat Büdingen nicht fremd. »Ich bin eine gute Autofahrerin, der Dunkelheit, Eis und Schnee nichts ausmachen«, versichert Bertram-Schäfer lachend. Außerdem hat sie in einem ADAC-Fahrsicherheitstraining gezeigt, dass sie beim Autofahren starke Nerven hat und wenig sie aus der Ruhe bringt. Eigenschaften, die ihr in ihrem neuen Amt zugute kommen. Groß sind die Herausforderungen, denen sich die Kirche stellen muss. Mitgliederschwund, Kooperationen, sinkende Kirchensteuereinnahmen – und ganz konkret in Nord-Nassau: viele vakante Pfarrstellen. Die Erfahrung aus 18 Jahren Gemeindepfarramt und 15 Jahren Dekaninnenamt in einer ländlichen Region könnten ihr dabei helfen.

    Die neue Pröpstin möchte weniger auf die reinen Mitgliederzahlen fokussiert sein, lieber alle »Getauften in den Blick« nehmen. Sie habe beobachtet, dass häufig Menschen zwar aus der Kirche austreten, ihr aber weiterhin innerlich verbunden bleiben. Mit ihnen will sie im Gespräch bleiben. Und warum nicht mutig sein und die Kirchenmitgliedschaft neu denken? Vorstellen könne sie sich das, sagt sie. Schäfer-Bertram weiß zudem, wie wichtig eine gute Jugendarbeit ist. Sie selbst, ihre Mutter war Kirchenvorsteherin, entschied sich »irgendwann zwischen Konfirmation und Abitur«, Theologie zu studieren. »Ich wollte immer anderen Menschen zeigen, welche Kraft ich aus der Botschaft des Evangeliums schöpfe«.

    Abschalten kann Bertram-Schäfer am allerbesten beim Sport: sei es beim Spazierengehen, Fitnesstraining oder Tanzen. Das Tanzen hat übrigens seit vielen Jahren einen festen Platz in ihrem Terminkalender: den Samstagabend. Dann gleitet sie Woche für Woche mit ihrem Mann, einem Schulleiter, schwungvoll über die Tanzfläche und sammelt Kraft für die neue Arbeitswoche.

     

     

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