Evangelisches Dekanat Runkel

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    Patenschaften für Weilburger Orgelpfeifen

    Foto: Peter Wagner

    Seit rund 120 Jahren gibt in der Schlosskirche Weilburg die Sauer-Orgel den Ton vor, historisch gesehen ein barockes Äußeres mit moderner Technik, denn diese stammt aus dem Jahr 1902. Doch auch diese Technik kommt in die Jahre, und so muss die Weilburger Orgel grundlegend saniert werden.

    Geplant ist neben der Grundreinigung und Intonation der Orgelpfeifen eine komplette Erneuerung der Orgelelektrik. Mit diesen Maßnahmen soll die Orgel auch wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Doch was heißt ursprünglicher Zustand? Nach dem zweiten Weltkrieg kam der Wunsch auf nach „barocken“ Klängen. Die Orgel wurde umgebaut und klanglich verändert – hin zum hellen, spitzen Klang. Zudem wurde der Spieltisch von seiner ursprünglichen Lage links der Orgel versetzt und ist jetzt im rückwärtigen Teil des Kirchensaals zu finden. Doch dieser Umbau blieb bis heute unvollendet, das dritte Manual fehlt und die so nicht benötigten Pfeifen wurden – glücklicherweise – eingelagert. Vorgesehen ist der Einbau des fehlenden dritten Manuals, die noch vorhandenen Orgelpfeifen werden wieder eingebaut. Diese harmonieren deutlich besser mit den übrigen Klangfarben der Orgel.

    Ein Schatz wird gehoben

    In einer Pressekonferenz betonte Pfarrer Guido Hepke, dass eine Sanierung dieser Größenordnung natürlich ihren Preis hat. Rund 550 000 Euro werden Umbau und Sanierung kosten, die Hälfte davon wird aus dem Denkmalschutzfonds mit Bundesmitteln finanziert, ein Teil kommt vom Orgelfonds der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und aus weiteren öffentlichen Mitteln. Der Restbetrag von rund 160 000 Euro soll durch die Stiftung „evangelisch in weilburg“ geleistet werden. Dekanatskantorin Doris Hagel wünscht sich, dass die Orgel ins Bewusstsein und in die Herzen der Menschen getragen wird. Passenderweise ist das Jahr 2021 auch das Jahr der Orgel. Thomas Wilhelm, Orgelsachverständiger der EKHN ist ebenfalls sehr erfreut, diesen „Schatz“ zu heben. Dieser war ja lange schon bekannt, „aber jetzt geht’s los“.

    Jeder Ton zählt

    Mit einer besonderen Idee tritt nun die Stiftung an die Öffentlichkeit. Unter dem Motto „Jeder Ton zählt“ werden Orgelpatenschaften angeboten. So können alle Kunst- und Kulturinteressierten ein Teil des Projekts werden. Dabei wurden die Klangfarben der Pfeifen in verschiedene Spendenkategorien eingeteilt: Die zierliche Piccolo für 50 Euro, die vielfältige Flute harmonique für 100, die kraftvolle Prinzipal für 200, die himmlische Cornett für 500, der majestätische Prinzipalbass für 1000 und schließlich die fundamentale Posaune für 2000 Euro. Insgesamt können für über 2500 Pfeifen Patenschaften übernommen werden, so kann jede Spenderin, jeder Spender seine persönliche Klangfarbe auswählen und das Projekt damit unterstützen. Als besonderen Dank gibt es eine Urkunde und ein Konzert nach abgeschlossener Sanierung der Orgel. Der Weilburger Künstler Dieter Boger hat als zusätzlichen Beitrag eine Auflage von Stichen mit Motiven der Schlosskirche und des Weilburger Schlosses angefertigt, die auch handsigniert gegen eine Spende zugunsten des Orgelprojekts angeboten werden.

    Auf der Webseite www.orgel-projekt-weilburg.com gibt es weitere Informationen, Möglichkeiten der Unterstützung am Projekt und Details zur Orgel selbst. Der Umbau wird voraussichtlich nach Prüfung und Freigabe aller Kostenvoranschläge und Beauftragung der ausführenden Betriebe im Frühjahr 2022 beginnen, die Fertigstellung wird für 2023 erwartet. Für die Zeit der Sanierung kann die Orgel selbstverständlich nicht erklingen, hierfür müssen Flügel und Keyboard Ersatzdienste leisten.

    Von den einst zahlreichen Sauer-Orgeln haben nur wenige den Krieg überlebt, eine davon in Weilburg. Mit der Sanierung dieser Orgel wird somit ein lebendiges Denkmal geschaffen in einer bedeutenden Kirche und ist damit auch ein Leuchtturmprojekt für die Region.

    Peter Wagner
    Öffentlichkeitsarbeit

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