Evangelisches Dekanat Runkel

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52. Küstertag der EKHN in Mensfelden

Küster standen im Mittelpunkt

Peter Wagner

Der Küsterbund der EKHN lud seine Mitglieder, Freunde und Förderer ein zur 52. Jahreshauptversammlung am 23. April in Hünfelden-Mensfelden im Dekanat Runkel. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung. Vor Beginn der Tagung fand ein Festgottesdienst statt, der von Pfr. i.R. Bernd-Arthur Ohlow geleitet wurde, die Predigt hielt die stellvertretende Dekanin Claudia Gierke-Heinrich.

„Heute stehen die Küsterinnen und Küster im Mittelpunkt – und das ist gut und wichtig so.“ Mit diesen Worten begann die Predigt im Festgottesdienst von Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich, stellvertretende Dekanin des Dekanats Runkel. Küster sind nicht nur in die Vorbereitung der Liturgie des Gottesdienstes eingebunden oder kümmern sich um das Läuten der Glocken. Sie übernehmen Verantwortung dafür, dass sich die Menschen in Kirchen und Gemeindehäusern wohlfühlen. Sie haben viele Gaben, unter anderem ein geschultes Auge darauf, wo etwas fehlt oder etwas zu tun ist. Auch alltägliche Ärgernisse gehören dazu, etwa die Hinterlassenschaften von Hunden vor der Kirche zu entfernen oder geworfenen Reis nach Hochzeiten, obwohl ausdrücklich darum gebeten wurde, dies nicht zu tun. Oft sagen sie nichts und verrichten ihre Arbeit. Doch sie wären schlechte „Wächter“ – denn nichts anderes bedeutet dieses Wort, das sich aus dem althochdeutschen Kustor, Hüter, Aufseher herleitet – wenn sie alles ohne ein Wort der Kritik hinnähmen. Sinngemäß steht im 2. Paulusbrief der Satz „Wenn einer dient … gebe er sein bestes“. Das heißt aber nicht, über die eigenen Kräfte zu arbeiten und für alles da zu sein. Auch Küsterinnen und Küster müssen einmal sagen „jetzt ist gut.“

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, Wertschätzung und Dankbarkeit dem Küsterberuf entgegen zu bringen. Claudia Gierke-Heinrich illustrierte es mit einem schönen Blumenschmuck auf dem Altar: Schöner kann man Gott nicht preisen. Küster sind „die Engel im Hintergrund“, ihr Dienst an der Kirche ist gleichzeitig Dienst an Gott und damit – Gottesdienst.

Die anschließende Tagung in der Erich-Valeske-Halle in Mensfelden eröffnete Josef Voege, Vorsitzender des Küsterbundes. Und er bat gleich zu Anfang um eine dreiminütige Stille im Raum. Ob das nun geklaute oder geschenkte drei Minuten waren, darüber wurde kurz diskutiert, auf jeden Fall war es ein kleiner meditativer Einstieg und ein „Runterkommen“ zur Einstimmung.

Das Grußwort hielt Oberkirchenrätin Dr. Melanie Beiner, Dezernentin für kirchliche Dienste in der EKHN. Auch sie kennt den Küsterberuf aus einer eigenen Erfahrung, ihre Tante war früher Küsterin im Rheinland. Sie weiß um die Wichtigkeit dieses Amtes und möchte auch in Zukunft ein stets offenes Ohr haben für deren Themen, Fragen und Anliegen.

Im Rechenschaftsbericht und Jahresrückblick, vorgetragen von Vorstandsmitglied Carsten Schwöbel, wurde auf durchgeführte Kurse und Fachtagungen im vergangenen Jahr hingewiesen. Besondere Erwähnung fand der Abschluss der Entgeltverhandlungen mit einer Gehaltserhöhung von 7,8 % in zwei Stufen, die in Kooperation mit dem vkm (Verband kirchlicher Mitarbeiter) und der Arbeitsrechtlichen Kommission ausgehandelt wurde. Als Anekdote wurde der Aprilscherz im aktuellen Küsterblatt erwähnt, in dem ein Kollege in einem Kellergang des Dominikanerklosters ein angebliches Notizbuch Martin Luthers fand, das am 1. April 2019 im Foyer zu besichtigen sei. Doch auch Kritik wurde geäußert. Nach all den wohltuenden Wertschätzungen in Predigt und Grußwort wurde auch der Eindruck geäußert, der Küsterdienst spiele innerhalb der EKHN nur eine untergeordnete Rolle. Es versteht sich, dass dieses Amt nicht ehrenamtlich durchgeführt werden kann, umso dringender ist der Wunsch, die Anliegen der Küsterinnen und Küster besser in die Kirchenleitung hinein zu tragen.

In der Vorschau wurde auf Kurse und Fachtagungen im laufenden Jahr hingewiesen, ebenso auf den bevorstehenden Kirchentag in Dortmund. Neuwahlen im Vorstand soll es zwar erst 2022 geben, der Hinweis kommt aber bereits jetzt als Aufforderung für die nachfolgende Generation: In den nächsten Jahren werden gleich vier Vorstandsmitglieder aus Altersgründen aus ihrem Amt ausscheiden.

Das Thema Haushalt und Finanzen begann mit der Mitgliederentwicklung: Nachdem 2017 242 Mitglieder verzeichnet waren, sind es derzeit (mit aktuellen Neueintritten) 206. Der Haushalt 2018 mit einem Ansatz von 19.506 Euro hatte bei den Einnahmen ein Ergebnis von 19.739,34 Euro, eine Entnahme aus Rücklagen war nicht erforderlich. Der Ansatz 2019 beträgt 19.361 Euro, darin enthalten ist eine geplante Entnahme aus Rücklagen in Höhe von 1.730 Euro. Auf Antrag wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Ebenfalls beschlossen wurde eine moderate Anpassung der Mitgliedsbeiträge. So stieg der Jahresbeitrag für geringfügig Beschäftigte von 12 auf 13 Euro, für Teilzeitkräfte von 14 auf 16 Euro, Hauptamtliche zahlen in Zukunft 30 statt 27 Euro. Der Beitrag für Ruheständler in Höhe von 10 Euro bleibt unverändert. Diskussion und Aussprache gab es hingegen bei den Beiträgen für Fördermitglieder bzw. den Freundeskreis. Dieser beträgt bisher ebenfalls 10 Euro im Jahr, allerdings reicht dieser Beitrag gerade einmal für 4 Hefte „Küsterblatt“ plus Verpackung und Porto. Damit daraus eine echte Förderung entsteht, wurde die Erhöhung des Jahresbeitrags für den Freundeskreis auf 25 Euro beschlossen.

Peter Wagner
Öffentlichkeitsarbeit

Info Küsterbund

Der Küsterbund der EKHN setzt sich für die Rechte der Küsterin, des Küsters sowie der Hausmeisterin und des Hausmeisters im kirchlichen Dienst ein. Als Leistung an seine Mitglieder bietet der Küsterbund, die Mitarbeitenden im Küsterdienst für ihren fachlichen und geistlichen Dienst zu qualifizieren, bei der Fort- und Weiterbildung zu fördern und bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, sie in allen dienstlichen Angelegenheiten zu unterstützen und ihre arbeitsrechtlichen Belange zu vertreten. Der Küsterbund der EKHN wird durch Vorstandsmitglieder bei den jährlichen Zusammenkünften des Deutschen Evangelischen Küsterbundes /DEK) vertreten. Ebenso ist der Küsterbund korporatives Mitglied im Verband kirchlicher Mitarbeiter (vkm).
Weitere Informationen: www.kuesterbund.de

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