Evangelisches Dekanat Runkel

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    Volkstrauertag

    Dem Frieden Raum geben

    Immanuel Malcharzyk/Fundus

    Vor 75 Jahren war der Krieg zu Ende. Endlich. Der Sturmwind, den Hitlerdeutschland in so viele Länder getragen hatte, war als Orkan ins eigene Land zurückgekehrt. Viele Menschen waren nur noch erleichtert, dass die Bombennächte endlich vorbei waren. Andere empfanden Schmerz über die vollständige Kapitulation.

    Dabei war dies eine notwendige Niederlage. Denn nur so konnte unser Land befreit werden von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

    Nur so konnte etwas Neues beginnen - vor 75 Jahren: Der Aufbau einer demokratischen Gesellschaft, die Entwicklung einer friedlichen Gemeinschaft der Völker in Europa.

    Es gibt so vieles, für das wir dankbar heute sein können. Auch an diesem Tag.

    Zugleich erinnert der Volkstrauertag daran: Das friedliche Miteinander ist keine Selbstverständlichkeit. Weder in unserem Land, in unserer Stadt – noch in der Welt. Es bleibt unsere Aufgabe – als Bürger und als Christenmenschen, das Miteinander-Leben immer wieder neu zu lernen und zu stärken.

    Richard von Weizsäcker hat diesen Gedanken in seiner großen Rede am 8.Mai 1985 so formuliert: „Ehren wir die Freiheit. Arbeiten wir für den Frieden. Halten wir uns an das Recht. Dienen wir mit unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.“

    Mit seinen Worten knüpft der Bundespräsident an die Botschaft der Bibel an. „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt!“, sagt Jesus in der Bergpredigt (Mat. 7,12). Jesus gibt uns keinen Katalog mit konkreten Regeln und Normen an die Hand. Jesus wirbt um eine Grundhaltung. Ihm geht es darum, die Situation mit in den Blick zu nehmen – und das eigene Tun zu reflektieren.

    Die Frage lautet also: Was kann ich hier und jetzt tun, damit der Frieden Raum gewinnt? Der Frieden zu anderen Menschen in meiner Nachbarschaft, in dieser Stadt, in unserem Land, in dieser Welt.

    Ich wünsche uns, dass uns der Volkstrauertag zu Friedensdienern werden lässt. Denn das ist die Konsequenz aller Bitten für die Opfer der Kriege: Gebt dem Frieden Raum. Behandelt die Menschen, wie ihr selbst behandelt werden wollt.

    Pfarrer Guido Hepke
    Evangelische Kirchengemeinde Weilburg

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