Evangelisches Dekanat Runkel

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    Auschwitz erinnern – Für Demokratie eintreten

    © Rossrs_by Wikimedia CreativeCommons 3.0

    Am 27. Januar 1945 wurde das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit. Einige Monate später war die Schreckensherrschaft der Nazis zu Ende. Seit 1996 ist in Deutschland der 27. Januar Gedenktag für die Opfer des Holocaust. Gedanken von Pfarrer Guido Hepke, Weilburg.

    Binnen eines Jahres wird aus einer leidlich funktionierenden Demokratie eine Diktatur. Blickt man auf unsere deutsche Geschichte zurück, so kann einem schwindelig werden vor dem Tempo, mit dem damals der Rechtsstaat abgeschafft wurde.

    Die Folgen waren furchtbar: Die jüdischen Mitbürger*innen wurden immer schneller, immer weiter aus dem öffentlichen Leben herausgedrängt und schließlich millionenfach ermordet. Auch politische Gegner, Sinti und Roma – alle, die irgendwie anderes waren, fielen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zum Opfer. Hitler entfachte einen Weltenbrand.

    Gott sei Dank ging dieser Krieg verloren. Am 27. Januar 1945 konnte das KZ Auschwitz endlich befreit werden. Einige Monate später war die Schreckensherrschaft der Nazis zu Ende. Wie ist das alles nur möglich gewesen? – Die Antwort ist letztlich ebenso einfach wie erschreckend: Zu viele Menschen nutzten damals die Freiheiten der parlamentarischen Demokratie, um genau diese Verfassung abzuschaffen.

    Bei einer demokratischen Abstimmung hat Hitler nie eine Mehrheit erhalten. Trotzdem konnte er sich erst zum Reichskanzler aufschwingen und dann zum Führer ausrufen. Zu viele wollten sich damals der rechtsradikalen Bewegung bedienen, um ihr eigenes politisches Süppchen zu kochen.

    Die Lehre aus der Geschichte lautet: Mit Verfassungsgegnern darf es keine politischen Bündnisse geben. Denn auch heutzutage nutzen populistische Parteien die Freiheiten unserer Verfassung, um die Freiheiten unseres Rechtsstaates abzuschaffen.

    Wer verhindern möchte, dass sich so etwas wie Auschwitz wiederholt, muss für Demokratie und Menschenrechte eintreten. Suchet der Stadt Bestes – und betet für sie. Das empfiehlt Jeremia. Die Bibel berichtet von diesem Propheten. Er hatte in einem schrecklichen Krieg seine Heimat verloren. Im Exil muss er neu beginnen. Jeremia erkennt: Das geht nur Miteinander. Für den Propheten ist das ein Aha-Erlebnis – von Gott geschenkt.

    Darum geht es auch heute: Das Miteinander in unserer Gesellschaft zu stärken. Hier in unserer Stadt, in unserem Land und auch in dieser Welt. Jeder Mensch hat die gleichen Rechte. Daraus ergeben sich die gleichen Pflichten: Es ist unsere Aufgabe, die Demokratie zu stärken. Damit sich so etwas wie Auschwitz nicht wiederholt. Weder bei uns noch anderswo.

    Pfarrer Guido Hepke, Evangelische Kirchengemeinde Weilburg

    Bildnachweis: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50785

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