Evangelisches Dekanat Runkel

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanats zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Andacht zum 26. März

Foto: Peter Wagner

Solange unsere Kirchen nicht mehr Orte der Zusammenkunft sein können, bringen wir an dieser Stelle eine tägliche Andacht, im Wechsel geschrieben von Pfarrerinnen und Pfarrern der Dekanate Runkel und Weilburg. Die heutige Andacht ist von Pfarrer Guido Hepke, Weilburg, und trägt den Titel "In der Stille Gott entdecken – Jesus ging in die Wüste".

In der Stille Gott entdecken – Jesus ging in die Wüste

Jetzt sind die Innenstädte menschenleer. Vor ein paar Tagen flanierten hier noch bei Sonnenschein Zehntausende. Doch nun bleibt alles wie ausgestorben. Wie eine Wüste aus Beton und Stein.

Mehr und mehr wird unsere Bewegungsfreiheit eingeschränkt. In anderen Ländern gibt es sogar Ausgangssperren. Das gewohnte Miteinander, die vertraute Geselligkeit – alles das weicht mehr und mehr der sozialen Isolation. Eine Wüstenzeit.

Dabei liegt in dem erzwungenen Für-Sich-Sein auch eine Chance. Die Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie geben mir eine Möglichkeit zur Besinnung: Was ist mir eigentlich wichtig? Was trägt mein Leben – und meine Verbindung mit anderen Menschen?

Bevor Jesus das erste Mal öffentlich auftrat, um von Gottes unbegrenzter Liebe zu erzählen, da suchte er für sich die Stille. Völlig freiwillig erlebte er eine Wüstenzeit. Um sich selbst und dem Geheimnis Gottes auf die Spur zu kommen.

Er fastete, aß und trank nur das nötigste. Denn mit nichts wollte er sich ablenken lassen von seinem Nachdenken. Jesus nutzte die Einsamkeit und die Stille in der Wüste, um zu beten und zu meditieren: Was ist mir eigentlich wichtig im Leben? Was ist der Sinn meines Lebens?

Ich stelle mir vor: Jesus hat sich in der flirrenden Hitze auf einmal Gott nahe gefühlt. Der heiße Wüstenwind berührt sanft wie ein Streicheln die Haut. Und Jesus weiß: Ich bin nicht allein. Gott ist bei mir – mit seinem Heiligen Geist. Wind, Luft, Atem, Leben und Gottes Geist – für alles das gibt es im Hebräischen nur ein Wort: Ruach.

Jesus kann sich in dieser Wüstenzeit vergewissern. Er weiß nun: Was auch immer kommen mag, ich bin nicht alleine unterwegs. Gott ist bei mir. Das hat ihm Kraft gegeben. Und Jesus kehrt aus der Wüste zurück ins Leben. Er erzählt den Menschen von diesem Gott, der die Liebe ist. Dabei begegnet Jesus den Menschen freundlich und liebevoll. Er hilft, ohne große Worte zu machen. Einfach weil es notwendig ist.

Von Jesus lerne ich: Wüstenzeiten können eine Chance sein. In der Stille kann ich eher auf Gott hören als im Trubel meines Alltagslebens. Genau darin liegt eine Chance – in all den Beschränkungen unserer sozialen Kontakte. Die Coronavirus-Pandemie gibt uns Zeit und Raum, uns auf das wesentliche zu beschränken: Mit Gott im Gespräch zu sein.

Viele fühlen sich beim Spaziergang an der Lahn dem Schöpfer nahe. Oder sie spüren diese Verbundenheit mit Gott, wenn sie durch die langsam aufblühenden Wälder joggen. Anderen helfen regelmäßige Gebete – morgens, mittags, abends. In der normalen Alltagshektik bleibt für alles das kaum Zeit. Gerne wollen wir Sie darin unterstützen, wenn Sie Tagzeiten-Gebete für sich ausprobieren wollen. Schauen Sie auf der EKHN-Homepage nach – dort finden Sie Beispiele, die das Reden mit Gott leichter machen.

Vielleicht haben Sie für sich ganz andere Möglichkeiten entdeckt, um in dieser Wüstenzeit Gott zu entdecken. Schreiben Sie uns. Gute Beispiele geben wir gerne auf unserer Homepage weiter.

Ihr Pfarrer Guido Hepke

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top