Evangelisches Dekanat Runkel

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    Zur Konfirmation

    12.09.2020 / Dekan Manfred Pollex

    Konfirmation nicht im Mai, sondern im September und Oktober? In diesem Jahr ist wegen Corona Vieles anders und so findet manche Konfirmation in diesen Wochen statt. „Einsegnung“ heißt ein altes Wort dafür und macht deutlich, wer im Mittelpunkt des Konfirmationsgottesdienstes steht: Der Segen Gottes: „Schutz und Schirm vor allem Argen, Hilfe und Stärke zu allem Guten durch Jesus Christus, unserem Herrn.“ Konfirmation – Befestigung, Bekräftigung, Bestätigung, fest werden im persönlichen Glauben, einen ethischen Kompass haben, das sind wichtige Ziele. Doch kann man Glauben lernen? Ältere stöhnen auf, wenn sie an ihre Konfirmandenzeit denken, weil sie so viel auswendig lernen mussten. Glauben heißt doch, in der Botschaft der Bibel einen Halt und eine Orientierung im Leben zu finden, in Augenblicken, wo es schwer ist, neue Kraft zu schöpfen. Glauben ist etwas anderes als eine Gedächtnisleistung. Aber andererseits - wie stolz ist jemand, wenn er im hohen Alter noch etwas aus der Konfirmandenzeit aufsagen kann, die Zehn Gebote, Psalmen, einen Liedvers. Und manch einer weiß dazu seine Geschichte zu erzählen: Die Angst in der Nacht vor der Operation, das Glück, ein neugeborenes Kind in den Armen zu haben, der Abschied von einem lieben Menschen.

    Inzwischen ist das Auswendiglernen ziemlich aus der Mode gekommen. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer gestalten eine lebensnahe und aufgeschlossene Konfirmandenzeit, wo Jugendliche etwas erleben, sich spielerisch biblische Geschichten aneignen, über Lebensfragen sprechen und moderne Lieder singen. Wichtig ist, junge Menschen dabei zu unterstützen, in Glaubensfragen sprachfähig zu werden, eigene Erfahrungen zu deuten und in Worte zu fassen. Weil das oft schwer ist, mit eigenen Worten über den Glauben zu sprechen, finde ich es gut, dass es wertvolle Schätze gibt, die uns dabei helfen: die Glaubensgeschichten der Bibel, Glaubensbekenntnisse, die Dichtkunst und die Musik.

    Letztlich kann man christlichen Glauben nicht lehren und nicht lernen. Dass ein Mensch sein Vertrauen in Gott setzt, ist und bleibt ein Geschenk. Aber ohne kennen zu lernen, was Menschen seither bis heute vom Glauben erfahren haben, wird niemand dieses Geschenk verstehen und würdigen können. Wenn wir jungen Menschen Gutes tun wollen, werden wir versuchen, ihnen nahe zu bringen, was man vom Glauben wissen kann.

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