Evangelisches Dekanat Runkel

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Worauf es ankommt

03.01.2019 / Dekan Manfred Pollex

Die Zeit, als man sich Grußkarten zu Weihnachten und zum Neuen Jahr schrieb, oder stundenlang die Wählscheibe des Telefons drehte, um seine Lieben anzurufen, scheint so gut wie vorbei. Heute geht das über die Messenger-Apps und Chaträume des Internets. Ich mache da keinen Unterschied, freue mich über einen Brief oder eine Karte ebenso wie über eine SMS oder einen Anruf.

In diesem Jahr gesellten sich neben vielen guten Wünschen in eine Sprechblase geschrieben kleine Videoclips hinzu. Da rutscht zum Beispiel ein Elefant auf seinem Hinterteil einen morastigen Weg hinunter, was erstens sehr komisch aussieht und zweitens den „Guten Rutsch“ ins Neue Jahr untermalt. Neben der Freude, dem Glück und der Gesundheit ist es der Frieden, der mir als ein häufiger Wunsch zugesandt wurde. Sind das Floskeln, die uns über unsere Sprachlosigkeit in Bezug auf tiefgründige und passende Wünsche hinweghelfen? Ich bin mir nicht sicher und denke zurück an das vergangene Jahr. Hat da nicht der Frieden, oder genauer der gefährdete Frieden, eine besondere Rolle gespielt und uns Sorgen bereitet? Neben dem vergangenen Jahr gibt es in meiner Erinnerung nur noch ein weiteres, das sich tief in mein Gedächtnis eingegraben hat, jene Tage im Oktober 1962, als bei uns zu Hause ständig das Radio lief und eine ernste, bedrückte Stimmung herrschte. Die Sowjetunion hatte nur knapp 200 Kilometer vor der Küste Floridas Atomraketen stationiert. Die Welt befand sich am Rand eines Atomkriegs.

Dass ich zu einer Generation gehöre, die in der friedlichen Nachkriegszeit geboren wurde und keinen Krieg kennt, macht mich dankbar und ich erkenne immer mehr, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Er ist eine Eigenschaft, eine Grundhaltung, die jeden Menschen betrifft und weite Kreise zieht. Die hebräische Bibel schreibt von Schalom, eine Gabe Gottes, die seine gesamte Schöpfung durchziehen soll. Sie ist in unsere Hände gelegt, in unsere Herzen geschrieben und es bedeutet harte Arbeit, Frieden zu schaffen. Unsere Aufgabe bleibt, sich dessen bewusst zu werden und im Kleinen wie im Großen danach zu handeln. Die Jahreslosung für 2019, das biblische Motto aus Psalm 34, hilft gegen unsere Vergesslichkeit: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

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