Evangelisches Dekanat Runkel

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    Trostlose Zeiten

    17.04.2021 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    „Für mich ist das wie eine Sechs im Lotto. Ich habe einen Impftermin.“ Wenn die Reihenfolge der Impfungen gegen das Coronavirus nur nach dem Alter ginge, hätte die Frau, die das sagt, noch einige Zeit auf eine Impfung warten müssen. Sie hatte Glück und konnte einen der begehrten Impftermine für Jüngere ergattern. Die meisten freuen sich, wenn sie geimpft werden können. Denn sie fürchten, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, schwer zu erkranken, sogar zu sterben. Sie tun alles, damit sie oder ein Mensch, den sie lieb haben, vor einer Infektion verschont bleiben.

    Bereits 79 672 Menschen - so viele waren es am Donnerstag - sind bisher in Deutschland im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben. Viele von ihnen haben Menschen zurückgelassen, die nicht nur trauern, die auch traurig sind wegen der Bedingungen, unter denen sie einen Verstorbenen gehen lassen mussten. Besuche bei einem Kranken waren nicht erlaubt, ein persönliches Abschiednehmen bei einem Sterbenden war oft nicht möglich. Offene Fragen belasten: Wie ist er gestorben? Hat sie sich von mir alleine gelassen gefühlt? Hätte ich nicht vielleicht doch etwas tun können, um sie, um ihn zu besuchen? Nicht nur der Verlust schmerzt, unbeantwortete Fragen belasten zusätzlich das Gewissen. Vielen, die unter dem Coronavirus und seinen Folgen leiden, sehnen sich deshalb nach ein wenig Trost.

    Am nächsten Sonntag findet in Berlin ein Staatsakt aus Anlass des Gedenkens für Verstorbene der Corona-Pandemie statt. Auch ein ökumenischer Gottesdienst für Opfer und Hinterbliebene wird gefeiert, den die ARD um 10.15 Uhr ausstrahlen wird. Dazu laden der Ratsvorsitzende der EKD ein, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron. Dieser Gottesdienst wird im Namen Gottes gefeiert, der in der Bibel sagt: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“. Mütterlicher Trost richtet auf. Das wissen alle, denen die eigene Mutter schon einmal auf die Beine geholfen hat. Alleine durch Trösten. Auch Gottes Trost ist kein billiges Trostpflaster. Sein Trost richtet nicht nur auf, er heilt sogar tiefe Wunden.

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