Evangelisches Dekanat Runkel

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Tierwohl

20.01.2019 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

„Irgendjemand sagte mal, wir bestehen aus den Dingen, die wir an uns heranlassen.“ (Meike Winnemuth) Wenn wir im Supermarkt an der Fleischtheke stehen, lassen wir es da an uns heran, was mit den Tieren geschehen ist, die zerteilt in kleinen Stücken als Hackfleisch, Gulasch, Kotelett oder Schnitzel vor uns liegen? Immer mehr Menschen tun das. Die Konsequenten verzichten deshalb auf Fleisch. Die weniger Konsequenten achten zumindest auf ein Bio-Label oder auf Informationen darüber, ob ein Tier einigermaßen seinen Bedürfnissen entsprechend gelebt hat. Dabei sind wir als Verbraucher am besten beraten, wenn wir vor Ort bei einem Landwirt einkaufen, wo wir sehen und überprüfen können, wie die Haltungsbedingungen der Tiere sind, deren Fleisch wir essen wollen. Schweine, Rinder und Kühe laufen gerne im Freien herum wie Hühner auch. Letztere scharren im Sand und tragen mit ihren Schnäbeln ihre Rangordnung aus. Das allerdings können nur Bio-Hühner, denn denen darf der Schnabel nicht gekappt werden.

Seit 2004 erkennt der Verbraucher, welche Eier er in den Einkaufswagen legt. Was bei Eiern einigermaßen gut funktioniert, soll nun auch für Fleisch gelten. Während ein staatliches Tierwohllabel erst 2020 kommen soll, hat der Handel nun die Initiative ergriffen. Die Initiative Tierwohl (ITW) einigte sich am 11. Januar auf eine vierstufige Kennzeichnung von Fleisch. Zukünftig werden Käufer bei Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe erfahren, woher das angebotene Fleisch stammt. Fleisch von Tieren, die in einer „Stallhaltung“ aufgezogen wurden, die lediglich den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, bekommt die Stufe 1. Stufe 2 "Stallhaltung plus" kennzeichnet das Fleisch von Tieren, denen zu Lebzeiten unter anderem mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung gestellt wurden. Die Stufe 3 "Außenklima" garantiert noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt für die Tiere. Die Stufe 4 "Premium" umfasst Auslaufmöglichkeiten im Freien; Biofleisch trägt die Nummer 4. Auch wenn das ein bescheidener Anfang ist, um die Würde der Tiere zu achten. Es ist ein guter Anfang. Solche Informationen zum Tierwohl sollte es auch in Kantinen und Restaurants verbindlich geben.

Die Schöpfung können wir nicht erlösen. Das allein kann Gott. Wir können aber einen Beitrag leisten, dass Tiere in der Massentierhaltung von einem oft grausigen Schicksal verschont bleiben. Voraussetzung dafür ist, dass wir das gegenwärtige Leid dieser Tiere an uns heranlassen. Das verändert uns, und indem wir uns verändern, werden wir uns zum Wohl der Tiere anders verhalten. Die Tiere haben es verdient, schließlich sind sie auch Geschöpfe Gottes.

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