Evangelisches Dekanat Runkel

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Stürmische Zeiten

15.02.2020 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am letzten Sonntag und Montag vor einem Unwetter in großen Teilen von Deutschland. Aufgrund der Ankündigung des nahenden Sturmtiefs Sabine wurde schon am Samstag der Skisprung-Weltcup in Willingen abgesagt. Aus Sicherheitsgründen fiel am Sonntag das Bundesliga-Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln aus. Züge fuhren nicht. Auf Flughäfen wurden Flüge gestrichen. Selbst Menschen, die nur schwer aus der Ruhe zu bringen sind, wurden aufgrund der Unwetterwarnung unruhig. Sie brachten alles in Sicherheit, was der Sturm hätte herumwirbeln können. Das Vogelhäuschen verschwand in der Garage. Die Gartenbank wurde an eine geschützte Stelle geschoben. Selbst Hundebesitzer blieben vorsorglich in der Wohnung. Das Wetter, das dann kam, war jedoch weniger schlimm als erwartet. Das lag daran, dass Sabine schwächer wütete als vorhergesagt. Es lag aber auch daran, dass sich die meisten auf den Sturm vorbereitet hatten.

Auf andere Stürme im Leben können wir uns weniger gut einstellen. Sie kommen überraschend. Wer stürzt und sich das Handgelenk so unglücklich bricht, dass er noch Monate später mit den Folgen zu kämpfen hat, hat damit nicht gerechnet. Mancher Streit kommt wie aus dem Nichts. Wir fühlen uns heute noch gesund, morgen wird eine schwere Krankheit bei uns diagnostiziert. Auch wenn die meisten Stürme im Leben unerwartet und ohne Vorwarnung kommen, eine gewisse Vorsorge dient auch hier der Vermeidung von Schaden. Es ist sinnvoll hinzuschauen, wohin ich trete. Ich muss überall damit rechnen, dass ich stolpere und stürze. Mancher Konflikt lässt sich verhindern, wenn ich Ohren und Augen aufmache, um die Stimmung in meinem Umfeld wahrzunehmen. Viele Krankheiten sind heimtückisch. Aber man kann vorbeugen, etwa mit Vorsorgeuntersuchungen.

Vorsichtsmaßnahmen sind gut, aber sie verhindern nicht alle Katastrophen. Es gibt keine Garantie, die uns vor Schaden bewahrt. Allerdings sind manche Menschen, wenn es darauf ankommt, besser aufgestellt als andere. Einem Menschen, der sein Leben auf einen festen Grund gestellt hat, fliegt in stürmischen Zeiten zwar auch alles um die Ohren. Nichts kann ihm jedoch den Boden unter den Füßen wegziehen. Für Menschen, die an Gott glauben, ist er der feste Grunde. Wer auf ihn vertraut, hat nicht auf Sand gebaut. Im Vertrauen auf Gott überstehen wir jedes Sturmtief und nicht nur Stürme wie Sabine.

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