Evangelisches Dekanat Runkel

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Sternstunden

02.02.2019 / Dekan Manfred Pollex

Für mich gehörte er zu den ganz Großen, die unser Gewissen für die Gefährdung der Schöpfung schon früh sensibilisiert haben: Der Tierfilmer, Journalist und Umweltschützer Horst Stern. Mit 96 Jahren ist er jetzt gestorben. Als er in den 70er Jahre im Fernsehen mit seinen Tiersendungen begann, war es für mich ein Fernsehereignis, es waren Sternstunden kritischer Berichterstattung. Er zeigte nicht nur Tiere, sondern die Zusammenhänge der Natur.

Bisher hatten wir mit dem Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek auf wilde Tiere Afrikas geschaut. Mit ihm zusammen gründete er im Jahr 1975 den Bund für Umwelt und Naturschutz BUND. In seinen Filmbeiträgen zeigte Stern nun Tiere vor unserer Haustür: den Rothirsch, das Hausschwein und die Spinne. Heraus kam, wie wenig wir über unsere Nachbarn wussten. In „Sterns Stunde“ konnte er uns lehren, hinzuschauen, um die Geheimnisse der Schöpfung genau zu erkennen und um Achtung zu empfinden vor unseren größten und kleinsten Mitgeschöpfen. Solche Tierfilme hatte man noch nie gesehen. Die waren persönlich, sachlich, vor allem kritisch. „Sterns Stunde“ schaute hinter unsere Häuser und in unsere Wälder. Dabei schonte er uns Zuschauer nicht und konnte das Leiden und Seufzen der Kreatur unter den Misshandlungen durch den Menschen in unsere Wohnzimmer bringen. Stern klagte schon über Tiertransporte durch halb Europa; er mahnte die Jäger, den Wald gründlich zu pflegen; und er zeigte, wie faszinierend und herrlich Spinnen sein können, die viele ja nur anekeln. Sterns Stunden waren Höhepunkte im Fernsehen. Als viele noch immer „größer, weiter, schneller“ leben wollten auf Kosten von Gottes guter Schöpfung, wies er darauf hin, die Erde sei kein Selbstbedienungsladen, den man nach Herzenslust plündern könnte. Die Tiere, hat er gezeigt, haben alle ihre eigene Würde; sie sind nicht nur zum Kuscheln oder zum Verspeisen da. Sterns Stunden zeigten etwas von der Seele der Schöpfung.

Die Natur braucht uns Menschen nicht, ahnte man bei seinen Filmen. Wir Menschen aber brauchen die Natur. „Was ist der Mensch, Gott, dass du seiner gedenkst“(Psalm 8,5), lernte man angesichts der faszinierenden Schönheit und Vielfalt von Gottes Schöpfung. Dieses Staunen konnten seine Filme erzeugen und sie appellierten an unsere Verantwortung, an unser Gewissen, das zu tun, wozu wir eigentlich bestimmt sind: Die Schöpfung Gottes zu bewahren.

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