Evangelisches Dekanat Runkel

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    Wir alle sind Sternenkinder

    05.09.2020 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    Auf dem Friedhof in Limburg ist ein Grabfeld angelegt für „Sternenkinder“, für Kinder, die starben, bevor sie das Licht der Welt erblickten. Viermal im Jahr findet dort eine ökumenische Trauerfeier statt, bei der Kinder beigesetzt werden, die im St. Vincenz-Krankenhaus Limburg und im Herz Jesu Krankenhaus Dernbach tot zur Welt kamen. Auf dem Grabfeld erinnern kleine Steinplatten mit Namen, Kosenamen oder Sternchen an die Ungeborenen. Für die Eltern ist es tröstlich, dass es diesen Erinnerungsort gibt. Schließlich waren diese Kinder Teil des eigenen Lebens. Mit ihnen haben die Eltern nicht nur ein Stück von sich selbst verloren. Auch so manche Hoffnung musste begraben werden, weil sich die Hoffnung auf ein gemeinsames Leben mit einem kleinen Menschenkind nicht erfüllt hat. Dabei konnten es die Eltern kaum erwarten, die ersten Schritte ihres Kindes liebevoll in der Welt begleiten zu können. In Gedanken waren sie dabei, wie ihr Kind die ersten Schritte macht, wie es hinfällt und wieder aufsteht. In ihrer Vorstellung haben sie das Kind lachen sehen, auch weinen, haben mit ihm gespielt, haben ihm aus einem Buch vorgelesen, haben mit ihm gekuschelt, haben Pläne für die Zukunft gemacht.

    Am nächsten Mittwoch wird wieder eine Trauerfeier für Sternenkinder auf dem Friedhof in Limburg stattfinden. Dabei geht es nicht nur um einen würdigen Abschied von dem ungeborenen Leben der Kinder, die bestattet werden. Auch geht es um mehr, als Eltern und Angehörige in ihrem Schmerz zu begleiten. Bei jeder christlichen Trauerfeier wird deutlich, dass nach christlicher Vorstellung menschliches Leben nicht nur eine Anhäufung von Kohlenstoff und anderer elementarer Verbindungen ist. Menschen aus Fleisch und Blut, aus Haut und Knochen sind demnach mehr als vergängliche Materie. Das ändert nichts daran, dass es traurig ist, wenn Menschen sterben, ob im Mutterleib oder mit 20, 30, 100 Jahren. Doch ganz gleich, wie lange sich menschliches Leben in dieser Welt entfaltet, vollendet wird es hier nicht, meinen Christen. Christen vertrauen auf Gott, dass er vollendet, was mit dem Leben beginnt. Denn irgendwie sind wir alle Sternenkinder.

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