Evangelisches Dekanat Runkel

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    Ostern bewegt

    11.04.2020 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    Die Frauen, die sich am Ostermorgen zum Grab von Jesus aufmachten, wollten Jesus eine letzte Ehre erweisen und seinen Leichnam mit wohlriechenden Ölen salben. Allerdings fragten sie sich, wer ihnen den Stein vom Eingang wälzen würde, mit dem das Grab verschlossen war. Mit Steinen kann man nicht nur Grabkammern verschließen.

    Mit Steinen kann man Durchgänge zumauern und Wege versperren. Mit Steinen kann man Mauern bauen. Mit Mauern kann man sich abgrenzen, auch um sich zu schützen und zu isolieren. In Zeiten, wo das Coronavirus unser Leben diktiert, haben wir gelernt, wie sinnvoll es sein kann, sich einzumauern. Dabei machen gerade jetzt viele die Erfahrung, wie wichtig soziale Kontakte sind, die nicht nur digital gelebt werden. Mit anderen Menschen zu telefonieren oder in sozialen Netzwerken zu kommunizieren, ersetzt nicht die persönliche Gegenwart. Es ist ein Unterschied, ob ich mit einem Menschen medial verbunden bin oder ob ich ihn berühren, leibhaftig sehen, hören und mit ihm reden kann. Viele fühlen sich deshalb momentan nicht nur einsam, sondern auch abgeschnitten vom Leben. Das betrifft besonders Menschen, die in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Gefängnissen nicht mehr von Familienangehörigen und Freunden besucht werden können. Für die körperliche Präsenz von Menschen gibt es keinen Ersatz. Deshalb machten sich auch die Frauen am Ostermorgen zum Grab von Jesus auf. Sie wollten Jesus noch einmal leibhaftig nahe sein, auch wenn er tot war. Als sie kamen, war der Stein vor dem Grab von Jesus weggerollt. Jesus allerdings fanden sie nicht. Stattdessen erwartete sie ein junger Mann in einem weißen Gewand. Er sagte: "Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“

    Die Osterbotschaft bringt noch heute Steine ins Rollen. Gerade jetzt, wo das Coronavirus Menschen hinter Mauern festhält, lädt uns Ostern ein, über Tod und Vergänglichkeit hinauszuschauen. Jesus sei Dank, der für uns alle Steine weggeräumt hat. Damit ist auch für uns der Weg frei zum ewigen Leben.

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