Evangelisches Dekanat Runkel

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    „Lieber Arm ab als arm dran“

    14.04.2019 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich 

    Am 27. März luden der Kreis Limburg-Weilburg, der Katholische Bezirk Limburg und das Evangelische Dekanat Runkel zu einem kabarettistischen Abend unter dem Titel „Heiteres zur Inklusion“ in die Stadthalle Limburg ein. Den Abend gestaltete der Kabarettist und Pfarrer Rainer Schmidt. Wenn Schmidt über Inklusion redet, dann weiß er, wovon er spricht. Seit seiner Geburt hat Schmidt keine Unterarme und sein rechtes Bein ist 30 cm kürzer als das linke. Trotzdem ist Rainer Schmidt ein passionierter Tischtennisspieler. Fünfmal nahm er an den Paralympics teil; dreimal holte er eine Goldmedaille. Rainer Schmidt hat besonders als Jugendlicher mit seinem Gott gehadert und auch heute, mit Mitte 50, hätte er nichts dagegen, wenn er lange Arme und ein Bein hätte, für das er keine Prothese bräuchte. Aber Schmidt hat seinen Frieden mit Gott gemacht. Er sagt: „Heil ist da, wo Beziehungen in Ordnung sind; und das kann man auch ohne körperliche Heilung erleben.“ Schmidt will gar keinen Gott, der „uns vor aller Krankheit bewahrt, der uns jede Behinderung wegnimmt und uns möglichst grenzenlos macht.“

    Darum geht es auch Jesus. Jesus heilt zwar viele Menschen von körperlichen und seelischen Beschwerden. Ihm geht es aber um weit mehr als um die Heilung von Gebrechen. Ihm geht es um das Seelenheil. Jesus hätte deshalb auch sagen können: ‚Eure Gebrechen sind zuweilen schlimm. Aber noch schlimmer ist, wenn euer Leben heillos ist, wenn ihr mit Gott und der Welt nicht im Reinen seid.‘

    Morgen gedenken Christen dem Einzug Jesu nach Jerusalem. Bevor Jesus am Karfreitag am Kreuz stirbt, wird er rufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ So berichten es die Evangelisten Markus und Matthäus. Glaubt man ihrer Schilderung, dann empfindet Jesus seine Situation am Kreuz als heillos und gottverlassen. Doch Gott ist auch in der tiefsten Not seines Sohnes bei ihm. Er liebt ihn. Die Leute, die Jesus am Palmsonntag begrüßen, wissen anscheinend um die besondere Stellung von Jesus bei Gott. Deshalb feiern sie Jesus wie einen König, als er in Jerusalem ankommt. Für sie ist er der Heilsbringer, der Zerbrochenes heilt, der aufrichtet, was am Boden liegt, der Menschen mit Menschen und Menschen mit Gott versöhnt. Daran ändert auch sein Tod nichts. Wohl aber seine Auferstehung von den Toten. Denn wegen ihr dürfen alle Menschen hoffen, dass auch für sie alles gut wird, besonders wenn sie mit Gott hadern.

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