Evangelisches Dekanat Runkel

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    In Frieden ruhen

    24.10.2020 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    Den Waldfriedhof in Runkel-Ennerich erlebe ich immer wieder als ein Ort der Ruhe und des Friedens. Besonders jetzt, wo sich Bäume und Sträucher in herbstlichen Farben zeigen, erscheint er mir als ein Ort, der wie für die Ewigkeit gemacht ist. Dieser Wald hat hoffentlich Bestand. Denn in ihm bleiben Menschen auch im Tod von ganz viel Leben umgeben.

    Vor ein paar Tagen begegnete mir nach einer Bestattung auf dem Waldfriedhof Revierförster Hubertus Ruttmann. Ich freute mich, ihn zu sehen und nutzte die Gelegenheit, ihn zu fragen, wie es um die Gesundheit unseres Waldes bestellt sei. Sichtbar betrübt berichtete der Förster, dass der Wald in unserer Gegend als außergewöhnlich trocken ausgewiesen ist. Besonders Fichten leiden, aber auch Buchen, die sind jetzt besonders anfällig für Pilze, die ihnen schaden. Es fehlt einfach allen Bäumen das Wasser. Und weil das Wasser fehlt, haben die Bäume keine Kraft sich gegen Insekten wie den Borkenkäfer zu wehren. Starker Wind setzt dem Wald außerdem zu.

    Die Folgen des Klimawandels sind überdeutlich vor unserer Haustür angekommen. Auch der wohltuende Anblick des Herbstwaldes kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Frieden im Wald im höchsten Maße bedroht ist. Aber nicht nur der Frieden im Wald ist brüchig wie eine ausgetrocknete Fichte. Auch der Frieden in unserem persönlichen Leben steht ständig auf dem Spiel. Die Kündigung seitens des Arbeitgebers, die Trennung in einer Partnerschaft, ein Streit unter Freunden, Nachbarn oder in der Familie machen deutlich, wie zerbrechlich der Frieden ist, den wir brauchen, um in Ruhe zu leben. Nicht jeden Frieden können wir retten. Dafür aber manchen neuen Frieden schaffen. Meistens reicht es, einem anderen zu zeigen: „Ich will mit dir in Frieden leben.“

    Um unserem Wald zu helfen, ist anderes nötig. Etwa der Einsatz von Drohnen, die mit Sensoren ausgestattet sind, die harzende Bäume erschnüffeln, die vom Borkenkäfer befallen sind. Zusammen mit anderen Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken, helfen hoffentlich solche Mittel unserem Wald und damit letztlich auch dem Waldfriedhof in Ennerich. Denn er soll bitte bleiben, was er ist: Ein Ort der Ruhe und des Friedens.

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