Evangelisches Dekanat Runkel

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Im Vertrauen

18.01.2020 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

Wenn wir bei Grün als Fußgänger eine Straße überqueren, vertrauen wir dem Autofahrer, der auf uns zukommt, dass er anhält. Beim Einkauf vertrauen wir darauf, dass die Waren in Ordnung sind, die wir nehmen. Wir verlassen uns jeden Tag auf irgendetwas oder irgendwen. Wir glauben, wir vertrauen manchmal sogar blind. Und das ist auch gut so. Wer ständig misstrauisch ist, der dürfte in kein Auto einsteigen, das er nicht selbst lenkt. Er dürfte keinem Arzt vertrauen, denn der ist vielleicht nicht kompetent. Er dürfte auch niemandem etwas Intimes anvertrauen, es könnte ja gegen ihn verwendet werden. Misstrauische Menschen machen sich aber nicht nur selbst das Leben schwer. Auch für ihre Mitmenschen sind sie schwer zu ertragen. Es ist keine Freude am Arbeitsplatz mit einem Kollegen zu arbeiten, der sich nicht in die Karten schauen lässt. Er unterstellt damit allen anderen, dass sie ihm etwas Böses wollen. Die Ehefrau, deren Eifersucht grundlos ist, die aber jeden Schritt ihres Mannes kontrolliert, ist innerlich zerfressen von schlechten Gefühlen und Gedanken. Mit ihrem Misstrauen macht sie nicht nur sich selbst das Leben zur Hölle, sondern auch ihrem Ehemann.

Manchmal wird es uns schwer gemacht zu vertrauen und zu glauben. Wir glauben an die Treue unseres Partners und sind entsetzt, wenn wir feststellen, er ist uns untreu. Wir essen jeden Mittag in derselben Kantine und vertrauen darauf, dass das Essen in Ordnung ist, bis wir eines Tages an einer Lebensmittelvergiftung erkranken. Wir schenken einem Menschen unser Vertrauen und er nutzt das aus. Genau besehen ist es mit dem Glauben an Gott ähnlich. Warum sollten wir an ihn glauben, wo er sich doch so oft verbirgt genau da, wo er gebraucht wird, genau dann, wenn er da sein sollte? Die Erfahrungen, die wir mit Gott machen, sind nicht immer vertrauensfördernd. Dennoch: Auch der Glaube an Gott macht vieles im Leben leichter.

In der Jahreslosung für dieses Jahr heißt es: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Wer so spricht, weiß um die gute Kraft von Vertrauen und Glauben. Wer also möchte, dass 2020 ein gutes Jahr für ihn wird, der ist gut beraten, anderen Menschen und Gott Vertrauen und Glauben zu schenken. Er wird vielleicht enttäuscht werden. Aber es lohnt sich trotzdem, immer wieder neu zu glauben und zu vertrauen, denn „alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Damit lassen sich sogar Berge versetzen, wie die Bibel weiß.

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