Evangelisches Dekanat Runkel

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    Glück gehabt

    31.10.2021 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    Seine Musik mag nicht jeder, aber es gibt viele Gründe, sich vor ihm als Mensch zu verneigen. In diesem Monat ist Roland Kaisers Autobiographie „Sonnenseite“ erschienen. In ihr erzählt der Schlagerstar über seinen Glauben, über sein politisches Engagement, über sein Leben mit Tiefen und noch mehr Höhen, für das er dankbar ist. Dabei startete er nicht auf Rosen gebettet in diese Welt. Eine Pflegemutter zog ihn auf. Von ihr sagt er, dass sie eine einfache Frau und ein großer Mensch war. Seine leibliche Mutter hatte ihn in einem Körbchen vor einem Krankenhaus abgelegt. Roland Kaiser sagt heute, er sei dankbar, dass sie sich entschieden hätte, ihn nicht großzuziehen.

    Auf der Sonnenseite des Lebens möchten wir alle gerne stehen. Wie im Fall von Roland Kaiser muss man dafür manchmal fallen gelassen, beiseite geschoben werden, damit etwas Neues, Besseres beginnen kann. Deshalb ist jede Trennung auch eine Chance. Wer von seinem Lebenspartner, seiner Lebenspartnerin verlassen worden ist, sieht häufig kein Licht am Horizont. Dabei wäre die Gelegenheit günstig, um neu anzufangen, um das eigene Leben neu ausrichten, auch um loszuwerden, was in der Beziehung belastend war. Manchmal ist selbst der Tod eines Menschen eine Chance. Der Tod zwingt uns loszulassen und neue Möglichkeiten tun sich auf. Nicht immer sind wir es, die verlassen werden.

    Manchmal geht eine Trennung auch von uns aus. Leicht ist es nicht, einen Menschen zu verlassen, mit dem man in einer Beziehung steht. Auch für die leibliche Mutter von Roland Kaiser war es vermutlich schwer, ihr Kind wegzugeben. Sie konnte nicht ahnen, dass ihr Sohn in die fürsorglichen Hände einer Frau kam, die ihm ein Leben lang eine gute Mutter war. Trotz aller Schuldgefühle, die sie vermutlich hatte, war ihre Entscheidung letztlich eine gute Entscheidung. Riskant war sie trotzdem. Ihr Sohn hätte auch auf der Schattenseite des Lebens landen können.

    Die Lebensgeschichte von Roland Kaiser macht es deutlich: Wir können nie sicher sein, ob es richtig ist, etwas festzuhalten oder loszulassen. Mit jeder Entscheidung, die wir treffen, können wir falsch liegen und Schuld auf uns laden. Gott sei Dank lässt uns Gott trotzdem nie fallen. Denn er vergibt uns alle unsere Sünden.

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