Evangelisches Dekanat Runkel

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    Gegen die Lust am Untergang

    20.06.2019 / Dekan Manfred Pollex

    Derzeit findet in Dortmund der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag statt, ein protestantisches Großereignis, nicht nur für evangelische Christinnen und Christen. Nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus war es evangelischen Kirchen ein Anliegen, auf regelmäßig stattfindenden Kirchentagen Menschen in ihrem christlichen Glauben zu stärken, aber auch die Herausforderungen der Zeit anzunehmen. Kirche hat nicht zu schweigen, wo Unrecht geschieht, hat sich theologisch fundiert einzubringen in die Debatten, wo der Frieden, die Gerechtigkeit und die Bewahrung der Erde als Gottes Schöpfung gefährdet sind. Im Jahr 1949 verlas der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann in seiner Funktion als Präses der EKD-Synode die Gründungserklärung eines regelmäßig durchzuführenden Kirchentages. Er sollte der Zurüstung der evangelischen Laien für ihren Dienst in der Welt und der christlichen Gemeinde dienen sowie Gemeinschaft und den Austausch mit den Christen der im Weltrat zusammengeschlossenen Kirchen fördern.

    Jeder Kirchentag steht unter einem biblischen Wort, das als Motto ausgegeben wird. Gegenwärtig ist es ein Satzteil aus dem 2. Buch der Könige, Kapitel 18: „Was für ein Vertrauen“. Er gehört zu einer kriegerischen Szene im 8. Jahrhundert v.Chr. Das assyrische Heer steht vor den Toren Jerusalems. Der Feldherr verspottet den judäischen König Hiskia und lässt ausrichten: „Was ist das für ein Vertrauen, das du hast? Auf wen verlässt du dich, dass du von mir abtrünnig geworden bist?“ Es geht um Gottvertrauen, trotz oder gerade in der scheinbar ausweglosen Lage der feindlichen Übermacht. Hier wird Gottvertrauen belohnt: Das mächtige assyrische Heer zieht ab.

    Gottvertrauen im Jahr 2019, angesichts einer Weltsituation, die einhellig als ernst bezeichnet wird? Was kann Gottvertrauen ausrichten in einer Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint? Dieser Frage gehen Christinnen und Christen in den vielen Angeboten des Evangelischen Kirchentags nach.

    Das Kirchentagsmotto ist im Austausch mit vielen jungen Christinnen und Christen entstanden, die sich mit ihrer Weltsicht, mit ihren Ängsten und Hoffnungsperspektiven eingebracht haben. Wie wir gegenwärtig erleben, ist es eine Generation, die sich zunehmend engagiert und bereit ist Kritik zu üben und Verantwortung zu übernehmen. Das lässt hoffen. Eine Generation erhebt sich, die europäisch und grenzüberschreitend geprägt ist. Sie ist bereit, für eine bessere Zukunft einzutreten.

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