Evangelisches Dekanat Runkel

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    Ein Grund zum Feiern

    23.01.2021 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    Die Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten Biden am Mittwoch hat gezeigt, wie wichtig es ist, besondere Anlässe angemessen zu feiern. Der Schwur auf eine 127 Jahre alte Familienbibel war ein Teil der Feierlichkeiten genauso wie die Reden und die Musik, die zu hören waren. Bewegend auch, dass Lady Gaga, die sich zum demokratischen Lager rechnet, neben dem republikanischen Countrysänger Garth Brooks aufgetreten ist. Es hatte Symbolcharakter, dass nicht nur politische Freunde des neuen amerikanischen Präsidenten anwesend waren, sondern auch politische Gegner. Mit den Feierlichkeiten wurde eine Botschaft in alle Welt geschickt: Die USA stehen zusammen und verstehen sich immer noch als große Demokratie auf der Grundlage des christlichen Glaubens.

    Feierlichkeiten wie Familien- und Geburtstagsfeiern, aber auch Veranstaltungen in einem größeren Gemeinwesen haben eine ähnliche Bedeutung. Der Anlass mag verschieden sein. Bei Fastnachtsveranstaltungen kommen Menschen zusammen, um lustig und ausgelassen zu sein. Dagegen sind bei Trauerfeiern dem Anlass entsprechend die Anwesenden in einer gedrückten Stimmung. Trotzdem haben Kappensitzungen und Bestattungsfeiern eine gemeinsame Botschaft, die sagt: „Wir gehören zusammen.“ Bei jeder Feier versichern sich Menschen, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind.

    In Zeiten, wo das Coronavirus unseren Lebensablauf diktiert, bleibt diese Selbstvergewisserung vielfach auf der Strecke. Feierlichkeiten werden verschoben wie Taufen oder Hochzeiten. Veranstaltungen fallen oft ganz unter den Tisch. Auch Gottesdienstfeiern sind betroffen. Zwar finden immer noch Gottesdienste statt, aber nur unter der Auflage, dass sich Menschen nicht zu nahe kommen. Fantasie ist gefragt, um Gemeinschaften zu erhalten. In manchen Kirchengemeinden werden deshalb Bilder von Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern in die Kirchenbänke gestellt, falls das gewünscht wird. Oder Teekerzen werden stellvertretend für die Menschen angezündet, die gerne leiblich in einem Gottesdienst präsent wären. Beim nächsten Geburtstag, der nicht gefeiert werden kann, könnten Fähnchen jene Menschen repräsentieren, die unter anderen Umständen anwesend gewesen wären. Es müssen ja keine 200000 Fähnchen sein wie bei der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten. Aber alles ist gut, was Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit repräsentiert in Zeiten, wo viele die Gemeinschaft mit anderen vermissen.

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