Evangelisches Dekanat Runkel

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    Ein Geschenk des Himmels

    © Peter Wagner

    26.06.2021 / Dekan Manfred Pollex

    Vielen ist der Sonntag immer noch heilig. Er bietet Raum für Gottesdienste, wird in seiner besonderen Bedeutung biblisch begründet: Gott selber ruhte von seiner Schöpfungsarbeit aus. Und er erinnert an Ostern, den Tag der Auferstehung Christi. Der Sonntag ist ein besonderer Wochentag, ein Tag der Ruhe von der Arbeit. Das sehen auch viele nichtchristliche Menschen in unserer Gesellschaft so und es gibt gute Gründe, an diesem gemeinsamen Kulturgut festzuhalten. Doch es gibt seit Langem Versuche, den arbeitsfreien Sonntag zu schwächen.

    Aktuell sorgt eine Forderung für Unruhe, die eine Zulassung von Ladenöffnungen an Sonntagen bis zum Jahresende 2021 erwirken will, um die Krise des Handels und der Innenstädte durch die Corona-Pandemie abzumildern.

    Die Evangelische Kirche hat nun aktuell begründet, warum sie gerade in Krisenzeiten an dem starken Sonntagsschutz festhält (www.zgv.info). Mehr Sonntagsarbeit löse keine strukturelle Krise des Handels und der Städte. Im Gegenteil sei zur Bewältigung von Krisen gemeinsame freie Zeit unverzichtbar. Solidarität untereinander und gemeinsame Anstrengung zur Bewältigung von Krisen sei dauerhaft nur leistbar, wenn es gemeinsame Zeiten der Entspannung und Regeneration gäbe. Daher sollte gerade in der jetzigen Zeit ein starker Schutz des arbeitsfreien Sonntags existieren.

    Schon in der Weimarer Reichsverfassung von 1919 und in unserem Grundgesetz seien Ausnahmen vom starken Sonntagsschutz nur möglich, wenn dafür gute Gründe vorgebracht werden könnten. Diese zu überprüfen sei nicht Aufgabe der Kirchen, sondern der kommunalen Aufsichtsbehörden, im Streitfall der Gerichte. Lokale Interessenverbände und „runde Tische“ hätten keine Kompetenz, über die Zulassung von verkaufsoffenen Sonntagen zu entscheiden.

    Wenn sich die evangelische Landeskirche für den Schutz des Sonntags einsetze, geschehe dies für den Sonntag und nicht gegen Einzelhandel und Kommunen. Der Versuch, den Sonntagsschutz auszuhöhlen würde nicht zur Lösung einer strukturellen Krise beitragen, sondern die Allgemeinheit um ein Kulturgut von Verfassungsrang ärmer machen.

    Wir alle müssten uns enormen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen stellen, auch die Kirchen, Gewerkschaften und alle anderen gesellschaftlichen Gruppen. Die Ursache unserer gegenwärtigen Krisen läge nicht in einem starken Sonntagsschutz. Deshalb soll der freie Sonntag als ein Geschenk des Himmels bleiben.

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