Evangelisches Dekanat Runkel

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Die Sache mit Gott

28.03.2020 / Dekan Manfred Pollex

In diesen außergewöhnlichen Zeiten suchen viele Menschen das Gespräch. Die einen teilen mir mit, wie kreativ sie mit der Krise umgehen. Da wird von der Hausaufgabenrallye für die Kinder durch Wohnung und Garten berichtet, um die tägliche Enge erträglicher zu machen. Anderen ist es wichtig, abends eine Kerze ins Fenster zu stellen, ein Zeichen der Verbundenheit, eine Bitte, ein stilles Gebet: Seid behütet und beschützt. Ein Licht für alle, die es schwer haben im Moment, ein Licht für die, die man lieb hat, und mit denen man im Moment nicht zusammen sein kann: „Passt gut auf euch auf und kommt gut durch diese Zeit.“

Eine Bekannte schrieb: „Jetzt sagen viele Wo ist denn euer Gott? Warum lässt er uns leiden? Warum lässt er mich krank werden? Was aber niemand sich fragt, wenn es einem gut geht. Der Mensch weiß vieles nicht mehr zu schätzen – alles ist selbstverständlich geworden, war selbstverständlich geworden. Das finde ich sehr schade. Warum suchen wir Gott nur, wenn uns schlecht geht? Wir können sicher unsere Sorgen auf ihn werfen, aber sollten wir nicht mehr danke sagen? Danke, dass es uns gibt! Danke für Freunde, die Familie, das Haustier, die Natur, die schönen Stunden. Danke für diesen Tag. Ich hoffe, wir werden wieder öfter „Danke“ sagen.“ Mancher fragt sich auch, was diese weltweite Pandemie mit Gott zu tun hat. Ist der „liebe Gott“ doch in Wirklichkeit grausam? Will er die Menschen strafen oder durch Not zum Glauben bringen? An einen solchen Gott glaube ich nicht. Ich möchte sie einladen, sich in diesen Tagen und Wochen an Gott zu halten, wie er uns durch Jesus nahegebracht wurde. Er hat das Schwere, das Leid und den Tod nicht aus der Welt geräumt. Damit müssen wir leben – und sterben. Aber er hat sich den Verängstigten und Leidenden nicht verwehrt, sondern hat mit ausgehalten. Dass das Leben letztlich stärker ist als alles Dunkle, auch stärker als der Tod, ist eine Kernbotschaft des christlichen Glaubens. Darum feiern wir Ostern.

Dietrich Bonhoeffer war sich sicher: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will…Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“

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