Evangelisches Dekanat Runkel

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Den Nächsten im Blick

31.07.2020 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

Die Coronakrise ist nicht überstanden. Das gilt sogar für Menschen, die nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 als „genesen“ geführt werden. Bei einigen von ihnen bleiben Lunge, Herz, ein anderes Organ oder das Nervensystem geschädigt. Andere klagen, nachdem sie die Krankheit überwunden haben, über Schwäche und Atemnot. Aber auch Menschen, die bisher von einer Covid-19 Erkrankung verschont geblieben sind, sind Opfer des Coronavirus geworden. Die Mitarbeiterin etwa, die ihren Job in einem Gastronomiebetrieb verloren hat. Es schnürt ihr die Kehle zu, weil sie nicht weiß, wie es beruflich weitergehen wird. Dem Alleinverdienenden in Kurzarbeit geht es nicht besser. Es bereitet ihm schlaflose Nächte, weil er fürchtet, dass der gewohnte Lebensstandard seiner Familie nicht länger zu finanzieren ist. Selbst Jobs, die bisher als krisensicher galten wie bei Fluggesellschaften, sind bedroht. Am Coronavirus kann jeder leiden, ohne an Covid-19 zu erkranken.

Trotzdem sind viele Zeitgenossen unbekümmert im Umgang mit Schutzmaßnahmen nicht nur auf den Partymeilen dieser Welt. Situationen wie die folgende sind kein Einzelfall. Zwei junge Männer steigen in einen Bus. Sie tragen Schutzmasken. Auf der Fahrt setzt einer der beiden die Maske ab. Unbekümmert redet er weiter mit seinem Begleiter. Den Busfahrer kümmert es nicht, dass einer der wenigen Fahrgäste sich nicht an die Vorgabe hält, eine Maske zu tragen. Vermutlich ist er froh über jeden, der ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt. Auch die anderen Fahrgäste beschweren sich nicht. Sie denken: „Es wird schon nichts passieren.“

Die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren, nimmt gegenwärtig zu. Eine Empfehlung, um das Virus in die Schranken zu weisen, lesen wir in der Bibel: „Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“ (Philipper 2,4) Im Fall des Fahrgastes im Bus, der die Maskenpflicht missachtet hatte, wäre es richtig und wichtig gewesen, wenn jemand dem jungen Mann gesagt hätte: „Bitte setzen Sie die Maske wieder auf.“ Freundliche Hinweise wie diese können helfen, eine todbringende Krankheit wie Covid-19 in die Schranken zu weisen. Gerade um der Nächstenliebe willen ist es wichtig, manchmal den Mund aufzumachen.

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