Evangelisches Dekanat Runkel

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    Den Auferstandenen erkennen

    01.04.2021 / Dekan Manfred Pollex

    Glauben Sie an die biblische Ostergeschichte von Jesu Auferstehung? Gut ein Drittel der Deutschen glaubt einer Umfrage zufolge daran. 62 Prozent glauben aber nicht an die Ostergeschichte. Im Osten Deutschlands glauben lediglich neun Prozent an die Auferstehung, im Westen des Landes 39 Prozent.

    Das sind ernüchternde Fakten. Karfreitag und Ostern, Jesu Tod am Kreuz und das leere Grab, seine Auferstehung - der Kern, das Zentrum des christlichen Glaubens, hat an Bedeutung verloren. Das ist ernst zu nehmen, bedeutet aber noch lange nicht den Abgesang auf den christlichen Glauben. Was hat die Menschen damals überzeugt? Was hat einen Apostel Paulus zu dem Ausspruch gebracht „Wenn wir nur für das jetzige Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als irgendjemand sonst auf der Welt.“?

    Am Abend des Ostertages befindet sich Jesus bei seinen Jüngern und er begrüßt sie, wie es üblich war. Die Reaktion ist verständlich: Schrecken und Angst wie vor einem Gespenst ergreift sie. Jesus muss „nachlegen“, fordert sie auf, die Wundmale an seinen Händen und Füßen wahrzunehmen. Daran sollen sie ihn erkennen: der Gekreuzigte lebt!

    Der Auferstandene trägt noch die Wunden seiner Qual, die zu seinem Tod geführt haben. Daran erkennen ihn seine Freunde. Das nimmt ihnen den Zweifel an den, den sie gerade sehen. Die Spuren des Leides, der Verletzung, der Ohnmacht und der Schwäche, sie werden so als „Erkennungszeichen“ zum Markenzeichen von Ostern. Sie sind bleibende Merkmale Gottes.

    Den Auferstandenen an seinen Wunden zu erkennen und darin Gott zu glauben ist das Gegenteil einer perfekten Welt voller Selbstoptimierung der Starken und Schönen.

    Wenn die Christenheit in diesen Tagen das Osterfest feiert, den Sieg des Lebens über den Tod, dann bekennt sie sich damit zu Gott, der in der Schwachheit mächtig ist. Ostern feiern geht nicht ohne Solidarität mit den Verwundeten unserer Zeit, mit denen, die ihre Wundmale tragen müssen: die Verhungernden und Verdurstenden, die Opfer von Krieg und Gewalt, die Vertriebenen und Geflohenen, Kranken und Inhaftierten, die Armen und die Ausgebeuteten. Die Leidenden unserer Zeit. Wir haben etwas von Ostern verstanden, wenn wir in ihnen den beschädigten, auferstandenen Christus sehen.

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