Evangelisches Dekanat Runkel

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    Älter werden

    06.03.2021 / Dekan Manfred Pollex

    „Abschied nehmen – Neues wagen“ lautet das Thema eines Kurses des evangelischen Dekanats zur Vorbereitung auf den Ruhestand. Der Kurs musste online angeboten werden; es fanden nur virtuelle Begegnungen am Computer statt. Und doch wurde eine Tiefe und ein Verstehen, ein Interesse an den Erfahrungen und Ansichten anderer erreicht, das sicher noch lange nachwirken wird. Alle sitzen im selben Boot und bewegen sich auf eine einmalige Veränderung in ihrem Leben zu. Der Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand ist einer der größten Einschnitte und Herausforderungen des Lebens und es ist gut, da nicht unvorbereitet hineinzuschliddern, sondern zumindest mental darauf vorbereitet zu sein. Mit 66 Jahren gehört man heute noch lange nicht zum „alten Eisen“. Die körperliche und geistige Verfassung in dieser Lebensphase gibt Zuversicht auf viele weitere Jahre. Gerade deshalb sollte eine Vorstellung, ein Plan vor Augen stehen, wie die neue Zeit gefüllt werden könnte.

    Andererseits gehört auch zur Wahrheit, dass wohl jeder alt werden, aber kaum jemand alt sein will. Alt, das klingt nach abnehmenden Kräften, Krankheit, Beschwerlichkeit, Sterben. Wer will sich das vorstellen?

    In der Bibel finden sich viele ermutigende Äußerungen zum Älterwerden. Zum Alter gehört die Weisheit, die Distanz zur eigenen Leistung, der Abstand zur eigenen Geschichte. Auch die Gelassenheit, die Glaubenszuversicht, der Humor, das „fröhliche Herz“ gehören dazu.

    So lautet ein humorvolles Gebet, das man Theresa von Avila zurechnet: „Herr, bewahre mich vor der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen. Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch, hilfreich, aber nicht diktatorisch zu sein. Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit tut es mir leid, sie nicht weitergeben zu können, aber du verstehst, dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.

    Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu, und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr. Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freuden anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.

    Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass auch ich mich irren kann. Erhalte mich so liebenswürdig wie möglich. Ich weiß, dass ich kein Heiliger bin, aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.

    Und Herr, lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.“

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