Evangelisches Dekanat Runkel

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    Advent ganz anders

    04.12.2020 / Dekan Manfred Pollex

    Weihnachten scheint in diesem Jahr eher auszufallen. Es ist alles so anders. Die Straßen sind leer, die Märkte fehlen, der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein. Eine junge Mutter stöhnte, ihr graue schon vor den Weihnachtsferien. Kein Urlaub, kein Restaurantbesuch, kein Sport für die Kinder, kein Kino. Was kann man da noch machen? Und die Verwandtenbesuche? Kann man es wirklich riskieren, Eltern und Großeltern zu besuchen und das Risiko eingehen sich zu infizieren? Eher nicht. Sicher, diese Tage im Advent und dann die Festtage fordern uns in diesem Jahr besonders heraus. Wir sind jetzt mehr auf uns selbst angewiesen, wir sind selber gefragt, sie neu zu entdecken, die Zeit mit Themen und Aktivitäten zu füllen, soweit uns dies in dieser Lage der Pandemie möglich ist. Die Tage des Advents leer und trist zu empfinden, ist eine Möglichkeit. Sie als Herausforderung anzusehen, eine persönliche Antwort auf die Zeit der Vorbereitung und das große Fest der Liebe Gottes zu finden sehe ich als eine Chance für uns.

    Die Advents- und Weihnachtszeit ist auch eine Zeit der Erinnerungen und denen können wir in diesem Jahr vielleicht sogar besser Raum geben als sonst: Wie war das noch als Kind, wie unbefangen konnte man sich freuen, wie geborgen konnte man sich fühlen und ganz selbstverständlich an die Erfüllung der Herzenswünsche glauben. Der Weihnachtsbaum unserer Kindheit bleibt uns unauslöschlich im Gedächtnis.

    Die Älteren haben schon viele Weihnachten erlebt: Das erste Weihnachten allein oder zu zweit, als die Kinder kamen, als Krieg war. Manches dunkle Fest konnten Menschen nur ertragen, weil sie von der Hoffnung und dem Glanz der ersten Kinderjahre zehrten. Was ist es für uns persönlich, das die dunklen Tage der Pandemie überstrahlen kann? Machen wir uns auf die Suche danach.

    Im Advent warten Christen auf die Liebe, die die Kraft hat, Zerbrochenes zu heilen, Verluste zu verkraften. Diese Liebe Gottes ist Gestalt geworden in Jesus, dem Kind in der Krippe, den ein altes, schönes Wort deshalb als den Heiland bezeichnet. Er erinnert uns daran: Die eigentliche Kraft dieser Welt liegt nicht im Geld oder in den Waffen, sondern in der Liebe, die den anderen ansieht.

    Das zu glauben fiel uns als Kinder leichter. Aber weil wir es damals gelernt haben, können wir versuchen, heute auf diese Erfahrungen mit Gott zu vertrauen. Advent heißt nicht nur, den Zauber der Vergangenheit zu beschwören. Es liegt auch etwas vor uns: wieder zu Hause zu sein bei uns selbst und bei Gott.

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