Evangelisches Dekanat Runkel

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    40 Tage ohne

    20.02.2021 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    Mit dem Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen. Normalerweise sind die 40 Tage bis Ostern eine gute Gelegenheit, um bewusst Verzicht zu üben. In diesem Jahr werden es wohl erheblich weniger Menschen sein als sonst, die sich dem Fasten unterziehen. Viel zu viel Verzicht hat uns bereits die Corona-Krise abverlangt. Auf vieles, was das Leben reich und schön macht, mussten wir in den letzten Monaten verzichten. Auf Urlaubsreisen, auf einen gemütlichen Restaurantbesuch, auf den Besuch von Konzerten, Theatern und Museen. Sportliche Aktivitäten sind auf der Strecke geblieben, auch Zusammenkünfte in Kirchen bei Gottesdiensten, in Gruppen und Kreisen. Menschliche Nähe wird schmerzlich vermisst auch von jenen, die vorher meinten, sie könnten sehr gut alleine sein. Selbst Menschen, denen es vorher ab und an ein Graus war, zur Arbeit gehen zu müssen, vermissen im Homeoffice ihren Arbeitsplatz im Büro und Betrieb. Der Verzicht zehrt an den Nerven. Er macht unglücklich, fördert depressive Stimmungen, macht reizbar und aggressiv. Es ist verständlich, dass viele Menschen, die gegenwärtig auf vieles verzichten müssen, nicht auch noch freiwillig fasten wollen.

    Dabei gibt es durchaus einiges, auf das zu verzichten sich lohnt. In einer WhatsApp, die derzeit die Runde macht, heißt es: „Fastenzeit mal anders: 40 Tage nicht jammern, meckern oder kritisieren, sondern mal alles positiv sehen.“ Denken wir an die Menschen, die während der Corona-Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben oder an Covid-19 erkrankt oder sogar gestorben sind, dann ist es unmöglich, alles positiv zu sehen. Dagegen können wir auf Gejammer und Gemecker gut verzichten. Menschen, die nörgeln und an allem etwas auszusetzen haben, gehen nicht nur ihren Mitmenschen auf die Nerven. Sie ziehen sich auch selbst so sehr nach unten, dass sie am Horizont kein Licht sehen.

    Durch Fasten wird das Leben besser. Davon sind die christlichen Kirchen überzeugt und rufen auch in diesem Jahr zum Fasten auf. Ob wir fasten und wie wir fasten, entscheidet dabei jeder selbst. Eine Möglichkeit zu fasten könnte tatsächlich sein, auf Herummeckern zu verzichten und darauf, alles zu kritisieren. Ein solcher Verzicht täte allen gut, am meisten jedoch uns selbst.

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