Evangelisches Dekanat Runkel

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Die Quelle

Foto: Peter Wagner

6 Wochen sind bereits vergangen, seit die Corona-Krise unser Leben völlig auf den Kopf gestellt hat. Gleichzeitig hat die Sonne so lange auf sich warten lassen. Nun ist sie da und schürt unseren Bewegungsdrang noch mehr an. Am Sonntag zog es auch mich raus auf die Radwege und ich war nicht alleine. Viele Menschen drängten sich auf dem teils schmalen Asphalt. Von der Krise war nicht sonderlich viel zu spüren und von Kontaktbeschränkungen auch nicht. Dabei heißt es weiter durchhalten und nicht fahrlässig werden. Doch leicht ist es nicht. Diese Gedanken beschäftigten mich abends noch auf dem Sofa. Ich erinnerte mich an ein Erlebnis aus dem Studium, das mir Mut macht:

Es ist ein sonniger, heißer Sonntagvormittag. Die frische Luft weht mir um die Nase und der Schweiß rinnt mir an Hals und Rücken herunter. Die Radtour durch die Fränkische Schweiz hat es mal wieder in sich. Nur noch ein Schluck in der Trinkflasche und die bittere Erkenntnis, der Weg ist noch weit. Auf den freien Feldern brennt die Sonne immer stärker und der Körper verlangt nach mehr Flüssigkeit. Langsam, aber sicher wird jeder Anstieg zur Qual. Doch dann nähern wir uns dem geplanten Zwischenstopp nach der Hälfte der Route. Wir biegen in den Wald ein und fahren einen Bachlauf entlang. Endlich angekommen. Inmitten einer kleinen Lichtung liegt sie vor uns, der Ursprung des Baches, die Quelle. Wir steigen ab und ruhen ein paar Minuten. Wir füllen unsere Trinkflaschen auf und genießen einige Schlücke des klaren, reinen, frischen Wassers. Ich spüre, wie sich jeder einzelne Tropfen die Kehle herunter windet. Es fühlt sich unbeschreiblich gut an. Diese Erfrischung scheint neue Kraft hervorzurufen. Wir machen uns auf den Heimweg, der nach dieser schönen Erfrischung verhältnismäßig leicht fällt.

Zuhause angekommen, sitze ich auf der Terrasse und lasse den Tag Revue passieren. Da fällt mir die Quelle ein. So wie sie mir durch das Wasser neue Energie geschenkt hat, so möchte auch Gott mich erfrischen und stärken, wie in Psalm 23 steht: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele […].

Die Quellen, in denen uns Gott begegnet, können ganz unterschiedlich aussehen. Ich möchte Sie dazu ermuntern, Augen und Ohren tagsüber offen zu halten und vielleicht abends im Bett oder auf dem Sofa darüber nachzudenken, ob Ihnen Gott vielleicht auf eine bestimmte Art und Weise begegnet ist.
Amen

Alexander Eisenreich, Evangelische Kirchengemeinde Steeden mit Hofen und Dehrn,
Tel.: 0160-92335839, E-Mail: alexander.eisenreich@ekhn.de

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