Evangelisches Dekanat Runkel

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    Gott lässt auch aus dem Bösen Gutes wachsen

    Foto: Peter Wagner

    Endlich – das Verbot von Gottesdiensten in unseren Kirchen ist aufgehoben. In vielen Reaktionen aus unserer Gemeinde spüre ich Erleichterung über diese Entscheidung.

    Aber es gibt auch andere Stimmen. Voller Sorge vor möglichen Neuinfektionen – ausgerechnet durch den Besuch von Gottesdiensten. Manche sagen: Es gibt so viele digitale Andachten. Die tun doch auch gut.

    Ich meine: Es braucht beides. Digitale Angebote wie diese Andachtsreihe. Und Gottesdienste – zumindest in einigen Kirchen unserer Region.

    Und es geht auch beides. Für die, die lieber zuhause bleiben wollen oder die tatsächlich zu einer Risikogruppe gehören, sind Podcasts oder auch der ZDF-Fernsehgottesdienst die einzige Möglichkeit, um verbunden zu bleiben mit der Gemeinde von Jesus Christus.

    Daneben braucht es für andere das Miteinander in leibhaftiger Form. Die Gemeinschaft in einem vertrauten oder bekannten Kirchenraum. Auch wenn wir da einander zuwinken und uns nicht umarmen. Ich sehe den anderen, die andere. Wir nehmen einander anders wahr. Direkter als in der digitalen Welt, die manchem verschlossen bleibt.

    Natürlich braucht es Schutzkonzepte, wie überall, um verantwortlich mit dieser neuen Freiheit umzugehen. Aber das ist immer so: Freiheit und Verantwortung – das sind zwei Seiten einer Medaille.

    Wir brauchen also noch etwas Zeit, um alles gut vorzubereiten. Aber wir dürfen uns freuen auf Gottesdienste, die sicherlich anders sind als wir das gewohnt sind. Die neue Möglichkeiten schaffen für die Begegnung mit Gott in seinem Wort. In einigen Kirchen werden die Liedstrophen mitgesummt oder mitgesprochen werden. In anderen Gottesdiensten können Gebete geschrieben oder Kerzen angezündet werden.

    Gottesdienste mit allen Sinnen und für alle Sinne.

    Die Corona-Krise hat so vieles an Kreativität, Vielfalt und Zusammenarbeit wachsen lassen. Ich freue mich über diese Veränderungen. Ich danke für die Zusammenarbeit mit vielen Kolleginnen und Kollegen im Pfarrdienst. Ich danke so vielen Menschen in meiner Gemeinde für all die Ideen des Miteinanders, die sich herausgebildet haben.

    Für mich liegt in alledem Gottes Segen. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat das so formuliert:

    Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
    Gutes entstehen lassen kann und will.
    Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
    Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandkraft geben will,
    wie wir brauchen.
    Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst,
    sondern allein auf ihn verlassen.
    In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.
    Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind,
    und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden,
    als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
    Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
    sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.
    Amen.

    Pfarrer Guido Hepke, Evangelische Kirchengemeinde Weilburg

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