Evangelisches Dekanat Runkel

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    Jubilate

    Foto: Peter Wagner

    Am gestrigen Sonntag Jubilate stand das Jesuswort: „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner“ im Mittelpunkt der Auslegung aus Johannes 15: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch.

    Das Bild des Weinstockes – weit verbreitet, besonders in Weinanbaugebieten. Aus den Früchten des Weinstockes wird vollmundiger Wein und köstlicher Saft. Ein Weinstock muss gepflegt werden, wenn er gut und reichlich Frucht tragen soll. Dazu gehören schmerzhafte Schnitte und Biegungen. Trennen und loslassen müssen.

    Die Situation, in der Jesus dieses Bild beschreibt, ist Abschied. Er spricht kurz vor seinem Tod noch einmal lange mit den Seinen. Abschiedszeiten sind besonders komplex: Schönes, Gutes liegt hinter einem. Es schmerzt, es loslassen zu müssen und sich der beängstigenden Ungewissheit zu stellen.

    Das Wort ist eine Art Vermächtnis, denn bald wird Jesus aus ihrer Mitte weggehen. Ihnen allen steht ein harter Einschnitt bevor.

    Ich lese hier Jesu Sorge, dass sie sich danach vereinzeln und trennen, so als wären sie jeder für sich ein eigener Weinstock.

    „Ich bin der wahre Weinstock“ sagt Jesus. Und ihr seid die Reben, verbunden mit mir. Wer bei Jesus ist, der hat schon Einschnitte hinter sich. Nicht länger zu glauben, dass man selbst der Weinstock ist, die Mitte, um die sich alles dreht, das schafft eine Verbindung zu den anderen, den Nächsten, besonders zu den Schwächsten. Wer sich zum Weinstock bekennt, ist gereinigt und geeinigt.

    Die harten Schnitte der vergangenen Wochen nähren die Erkenntnis, dass niemand auf Dauer so leben kann, als ginge es immer zuerst nur um ihn/sie.

    In meinen persönlichen Beziehungen hat sich deutlicher als vorher gezeigt, mit wem ich wirklich verbunden bin. Im Leben und auch im Glauben, ausgerichtet auf den, der uns geschaffen hat und uns verbindet. All den Einschnitten und Beschränkungen zum Trotz ist vieles gewachsen. Und bevor es kitschig wird: Es hat sich leider auch gezeigt, wo keine wirkliche Verbundenheit da ist.

    Wer sich zu Jesus bekennt, hat schon harte Schnitte hinter sich. Die Schnitte sind so sorgfältig gesetzt worden wie bei einem guten, kundigen Weingärtner. Vor seiner scharfen Schere muss niemand Angst haben. Er schneidet nur weg, was überflüssig ist und Kraft nimmt. Niemals würde er die Verbindung zum Weinstock durchtrennen.

    In dieser Zeit der harten Schnitte ist mein großer Wunsch, dass dies alles gute Frucht bringen möge. Ich setze meine Hoffnung auf die Zusage Jesu: „wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“

    Gebet

    Guter, barmherziger Gott, mit allem, was mich bewegt, komme ich zu dir.
    Viele Sorgen bewegen mich:
    die leibliche und seelische Gesundheit von lieben Menschen,
    ob alle die ich kenne, diese Zeit wirtschaftlich überstehen, und vieles mehr.
    Ich höre von so vielen Krisen, Ängsten.
    Gleichzeitig weiß ich, dass du wie ein liebender Vater für alle sorgst.
    Herr, ich glaube – hilf meinem schwankenden Glauben.
    Hilf uns allen, dass wir gestärkt diese Krise überstehen.
    Stehe den Regierenden bei, dass sie verantwortlich mit ihrer Macht umgehen.
    Erweiche die Herzen der Unersättlichen, dass sie auch an andere denken und leben lassen.
    Behüte und belohne du alle Menschen, die Leib und Leben einsetzen, um anderen zu helfen.
    Danke für alles Schöne und Gute.
    Amen

    Eine gesegnete neue Woche!

    Pfarrerin Schmidt-Köber, Laubuseschbach und Langenbach

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