Evangelisches Dekanat Runkel

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Euer Herz erschrecke nicht!

Foto: Dörte Meister

Was machen eigentlich Pfarrerinnen und Pfarrer in diesen Wochen, wo das kirchliche Leben aufgrund der Corona-Krise kaum mehr existent ist? Nun, sie haben jetzt mehr Zeit für die Verwaltung und können endlich in größerer Ruhe zum Beispiel ihre Chronik schreiben. Bei mir sind das 23 Jahre. So stieß ich beim Jahr 2002 für die Losung im März auf ein Bibelwort, das gut in die heutige Zeit passt.

„Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Johannes 14,1).

Das, was wir in den letzten Wochen hören, lesen und erleben mussten, ist leider in höchstem Maße erschreckend, beängstigend und meist wenig hoffnungsvoll gewesen. Noch verheerender ist es allerdings, wenn manche Politiker oder Medien dann auch noch bewusst Ängste schüren und damit Menschen unnötig belasten. So kam zum Beispiel jetzt raus, dass in Österreich laut dem Sender Ö1 folgendes in einer Sitzung im März im österreichischen Gesundheitsministerium mit dem Kanzler Kurz vereinbart wurde: Man müsse die Situation dramatisch darstellen und den Leuten gehörig Angst machen, damit sie die strengen Maßnahmen auch einsehen würden. So kam es dann zu jener Aussage von Kanzler Kurz, „dass bald jeder jemanden kennt, der an Corona verstorben ist“. Auch bei uns war oft wenig Ermutigendes zu hören: Da war die Rede von einem aggressiven „Killervirus“, der „lock-down“ müsse noch über viele Monate aufrechterhalten werden, es würde nie mehr so werden wie vor Corona. Auch wenn gute Nachrichten kamen (siehe Heinzbergstudie von Prof. Streeck), hieß es oft, „das Schlimmste käme erst noch“, „bald hätten wir auch hier italienische Verhältnisse mit vielen, vielen Toten“. Jetzt, wo die Zahlen schon länger nach unten gegangen sind und alle Horrorszenarien ausgeblieben sind (wahrscheinlich dank der Maßnahmen), redet man von einer zweiten verheerenden Welle und nimmt mit solchen düsteren Prophezeiungen den Menschen jede Hoffnung. Natürlich weiß niemand, wie es genau weitergehen wird, aber von den Regierenden dürfen wir eine nüchterne und wenn möglich ermutigende Beschreibung der Lage erwarten und natürlich müssen Maßnahmen auch offen und frei diskutiert werden können (Merkel: „Keine Öffnungsdiskussionsorgien“). Wir wissen alle, dass diffuse Angst und Panik unsere Gesundheit schwächt und rationale Entscheidungen behindert und erschwert.

Um nicht falsch verstanden zu werden und um es deutlich auszudrücken: Auch ich halte mich natürlich an die von unseren Regierenden verordneten Regeln, weil ich davon ausgehe, dass sie hoffentlich sinnvoll und gut begründet sind. Wir alle möchten ja auch niemanden gefährden, der zu einer Risikogruppe gehört. Auf der anderen Seite habe ich aber keine Lust, mich durch überzogene und einseitige Betrachtungen von Experten in unnötige Angst versetzen zu lassen. Mir hilft da manchmal ein Blick auf die Informationen, die mir jenseits von ARD und ZDF geboten werden. Schauen Sie einmal, was zum Beispiel der Arzt Bodo Schiffmann in seinen Corona-Analysen zu sagen hat. Oder die interessanten Interviews bei dem Youtube-Kanal KenFm oder noch als letzten Tipp: Raphael Bonelli, ein Wiener Psychiatrie-Professor und Therapeut, den ich in dieser Zeit auch nur wärmstens empfehlen kann, jemand, der mit klugen Betrachtungen und Humor versucht, uns über diese Zeit zu bringen.

Als Christ lasse ich mir in diesen Wochen auch meine Zuversicht und mein Vertrauen nicht nehmen, dass wir diese Krise bewältigen können. Ich vertraue fest darauf, dass Gott uns begleitet, uns nahe ist, uns hilft, Lösungen zu finden, die unsere Wirtschaft nicht zerstören und gleichzeitig auch das Leben derer schützen, die gefährdet sind.

So möchte ich es am Schluss auf den Punkt bringen mit den Worten: „Seien Sie vorsichtig und umsichtig, aber im Glauben gegründet und hoffnungsvoll. Seien Sie kritisch und glauben Sie nicht alles, was man Ihnen vielleicht einreden will (Bill Gates möchte gerne 7,5 Milliarden Menschen zwangsimpfen) und versuchen Sie auch in diesen Zeiten, nie Ihren Humor zu verlieren.“

Pfarrer Hans-Peter Fuchß

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