Evangelisches Dekanat Runkel

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    Corona hält uns weiter gefangen

    (c) Peter Wagner

    Vor einigen Tagen haben wir mit den Menschen aus der Leitung unserer Kindertagesstätten zusammengesessen und darüber gesprochen, wie es weiter geht. Denn behutsam werden die Regeln gelockert: mehr Kinder haben Recht auf Notbetreuung. Ich blicke in ratlose Gesichter: Wie soll das gehen? Denn es sollen nur wenige Kinder in einer Gruppe betreut werden. Die Kinder aus verschiedenen Gruppen dürfen nicht gemischt werden. Zeitversetzt das Außengelände nutzen, das mag noch gehen. Aber reichen die Räume, wenn mehr Kinder kommen? Haben wir genug Personal, wenn einige der Erzieherinnen und Erzieher nicht eingesetzt werden können, weil sie oder Angehörige einer Risikogruppe angehören? Eventuell müssen wir Kinder abweisen, die ein Anrecht auf Betreuung hätten.

    Auf der anderen Seite richtet sich der Blick auf die Kinder und Familien: Da sind Menschen, die mehr als sonst unter der Last leiden, Erziehung und Beruf unter einen Hut zu bringen. Und das seit mehreren Wochen. Familien leben enger als sonst bei einander. Kinder müssten dringend gefördert werden.

    Auch sonst sind die Gefühle momentan oft zwiespältig. Auf der einen Seite herrscht Sehnsucht nach Lockerungen. Bestimmte Berufsgruppen sind darauf angewiesen, endlich wieder arbeiten zu können. Aber andererseits sind die Auflagen zum Teil so hoch, dass mancher überlegt, ob sich der Aufwand lohnt. Menschen werden ihre Arbeit verlieren oder ihr Geschäft aufgeben müssen.

    Der Herr erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not.

    So lautet die Losung des heutigen Tages. Inmitten von Geboten und Regeln, die Mose dem Volk Israel verkündet, erinnert er die Menschen an die Zeit der Sklaverei in Ägypten und an die Befreiung durch Gott. Die Menschen haben schwere Zeiten hinter sich. Denn mit der Befreiung war ja längst nicht alles gut. Das Land, in dem Milch und Honig fließt und das ihnen versprochen war, ist immer noch nicht erreicht. So müssen die Menschen immer wieder an die Befreiung erinnert werden. Daran, dass sie geschrien haben und erhört wurden.

    Das Virus hält uns immer noch gefangen und wird noch eine ganze Zeit unser Leben bestimmen. So viel wissen wir. Wie lange noch und was noch auf uns zukommt, können wir aber nicht sagen. Es fällt uns schwer, mit dieser Ungewissheit zu leben. Manchen sicher mehr als anderen, weil sie sich große Sorgen machen oder weil sie die Situation viel Kraft kostet.

    Der Herr erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not.
    Mir hilft die Gewissheit, die in den Worten der Tageslosung steckt. Ja, wir sind noch lange nicht befreit vom Virus. Aber mit den Menschen des Volkes Israel können wir die Botschaft vernehmen: Gott hört unser Seufzen und Klagen und sieht auch unsere Angst und Not. Wenn ich auch heute nicht weiß, wie es weitergeht, ich möchte darauf vertrauen.

    Pfarrerin Katrin Adams, Limburg 06482-91077; adams@evangelisch-limburg.de

    Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Gott, höre meine Klagen.
    Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Gott, höre meine Fragen.

    Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Gott, öffne deine Ohren.
    Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Ich bin hier ganz verloren.

    Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Gott, achte auf mein Flehen.
    Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Ich will nicht untergehen.

    Aus der Tiefe rufe ich zu dir: nur dir will ich vertrauen.
    Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Auf dein Wort will ich bauen.

    EG Plus 26, Text: Uwe Seidel

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