Evangelisches Dekanat Runkel

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanats zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Wachet und seid stark

Foto: Peter Wagner

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark.

Von Dekan Ulrich Reichard

Der Apostel Paulus hat einst der Gemeinde in Korinth die Worte (1Kor 16,13) mit auf den Weg gegeben: „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark.“ Heute möchte ich Ihnen diese Worte mit auf den Weg geben, durch diesen Tag, durch diese „Corona-Zeit“.

In diesen Tagen haben die ersten Schritte zu einer Lockerung und Rückkehr in die Normalität begonnen. Ist Corona damit vorbei? Sicher (noch) nicht; aber. „Das ist lange überfällig.“ höre ich die einen sagen, und „Das ist zu früh.“ die anderen; Freude und Angst dicht beieinander.

Ob nun lange überfällig oder zu früh, wir müssen lernen mit „Corona“ zu leben. Was uns seit einigen Wochen in Atem hält, ist mehr als nur eine Pandemie, die über uns kommt und dann wieder geht; es ist eine Erfahrung, die sich einbrennt, vor allen Dingen in die Erinnerung von älteren, einsamen oder kranken Menschen, die in diesen Wochen so einsam oder auch so krank wie noch nie gewesen sind. „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark.“ das spricht sich daher leichter aus, als getan.

Wie gehen wir nun um mit der neu gewonnenen Freiheit von allen Beschränkungen? Sind wir mit Einemmale wacher, mutiger und stärker? Ich ertappe mich in diesen Tagen dabei, dass ich sehr zurückhaltend, ja, beinahe skeptisch mit ihr umgehe, als müsse ich Freiheit neu entdecken, neu lernen. Sie ist halt doch nicht so selbstverständlich, wie wir in diesen Wochen gelernt haben oder wie manche streitbaren Zeitgenossen mit Klagen und Demos uns zu verstehen geben möchten. Gewiss, zur Demokratie gehört Freiheit. Freiheit ist aber kein Habitus, kein Eigentum, über das ich nach Belieben verfügen, das ich leben kann, wie ich will. Freiheit ist mehr, vielmehr – weil sie Gott und dem Nächsten dient.

In einem ur-biblischen Sinn ist Freiheit das Geschenk Gottes an den Menschen, ist Freiheit Vertrauen, das Gott und Mensch aneinander bindet ein Leben lang. Vertrauen braucht es gerade in dieser Zeit, Vertrauen in die Politik und ihre Maßnahmen, Vertrauen in eine Wirtschaftskraft, die nicht nur von schnellen Geld- und Aktiengewinnen lebt, sondern auch Flauten aushalten kann, und Vertrauen in Gott. Ich traue Gott zu, dass er uns nicht nur Corona überstehen, sondern uns auch mit Corona leben lässt. Die Neuanfänge, die wir gerade probieren dürfen, auch die mit unseren Gottesdiensten, sind wichtige Zeichen von Vertrauen. Gehen wir sorgsam und verantwortungsvoll mit ihnen um. Lassen wir uns darauf ein – wach im Glauben, mutig und stark – und beten wir:

„Guter Gott, wenn sich nun die Beschränkungen langsam öffnen,
dann lass uns nicht übermütig werden, sondern verantwortlich mit diesem neuen Leben umgehen.
Hilf uns, nicht zu vergessen, sondern im Bewusstsein,
dass wir nicht alles in der Hand haben, auf Dich zu vertrauen.
Gib, dass der Blick für die Not des Nachbarn und die vielfältige Hilfe an Einsamen, Alten und Kranken nicht aufhört,
sondern ein Teil unseres neuen Alltags bleibt.
Für alle, die Corona noch nicht überstanden haben,
bitten wir um Gesundheit, für alle Pflegekräfte und Ärzte bitten wir um Gesundheit und Kraft,
für alle Forscher um Deinen Geist, damit ein Medikament gefunden werden kann,
um zu helfen, Perspektiven zu eröffnen und zu heilen.
Für Sie und uns beten wir: Vater unser im Himmel, …
AMEN!

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top