Evangelisches Dekanat Runkel

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    Was seid ihr so furchtsam?

    Foto: Peter Wagner

    Sie waren unterwegs. Einmal über den See auf die andere Seite, eigentlich Routine. Mitten unter ihnen: Andreas. Er war ein wenig angespannt, denn mit dem Boot zu fahren, war nicht wirklich sein Ding. Aber von den anderen waren die meisten gestandene Fischer. Die würden schon wissen, was sie tun.

    Das hatte sich wohl auch Jesus gedacht. Denn kaum, nachdem er ins Boot gestiegen war, legte er sich einfach in eine Ecke und schlief ein – schließlich war es ein harter Tag gewesen. Es wird schon gut gehen, dachte sich Andreas.

    Doch schon ein paar Minuten später brach es los. Eben noch blauer Himmel mit langsam untergehender Sonne, dann plötzlich – sozusagen von einer Sekunde auf die andere – dicke Wolken, Sturm, riesige Wellenberge. Andreas hatte schon davon gehört, dass so etwas auf diesem See häufiger vorkommt. Die Winde fallen von den umliegenden Bergen herunter und verursachen solche Unwetter. Aber dass es so schlimm sein würde, das hatte er nicht gedacht.

    Und er war da offenbar nicht der einzige. Denn selbst die gestandenen Fischer waren plötzlich sehr angespannt. Sie schrien Befehle, holten das Segel ein, begannen hektisch, das Wasser aus dem Boot zu schöpfen, das mit den Wellen hereingeschwappt war. Nur einer war offenbar völlig entspannt: Jesus. Der lag in seiner Ecke und schlief. Andreas eilte zu ihm, rüttelte ihn wach. „Meister, wie kannst du nur schlafen? Wir ertrinken hier gleich…“, schrie er ihn durch das Tosen des Windes hindurch an.

    Da stand Jesus auf, hob seine Hände und rief zu Wasser und Wind hin: „Schweig!“ Und plötzlich war alles ganz still. Der Wind erstarb, die Wasserfläche wurde nur noch von kleinen Wellen gekräuselt. Jesus drehte sich um, sah erst Andreas, dann die anderen an und sagte ganz ruhig: „Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?“

    Am Abend, als er im Bett lag, musste Andreas immer wieder an diesen Moment denken. Er sah Jesus vor sich, wie er inmitten des tosenden Sturms dalag und schlief. Er hörte seine Worte: „Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Und irgendwann begriff er: Glaube hilft gegen Angst. Denn Glaube macht gelassen, schenkt Fröhlichkeit und Ruhe. Das ändert vielleicht erst einmal nichts am Tosen des Sturms, aber es lässt einen dieses Tosen aushalten und gibt Kraft, alles Notwendige zu tun, um nicht darin unterzugehen. Und umfangen von genau dieser Gelassenheit, Fröhlichkeit und Ruhe konnte Andreas schließlich einschlafen.

    Ich wünsche auch Ihnen allen solche Gelassenheit, Fröhlichkeit und Ruhe, gerade in diesen Tagen vor Ostern.

    Pfarrer Achim Schaad, Tel. 06471/8440; achim.schaad@ekhn.de

    Gebet

    Gott, wir leben in stürmischen Zeiten.
    Um uns herum toben Ungewissheit und Ängste.
    Deshalb bitten wir: schenke Glauben,
    schenke Gelassenheit, Ruhe und Kraft,
    all das zu bestehen,
    was uns getroffen hat.
    Amen.

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