Evangelisches Dekanat Runkel

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    Karwoche

    Morgen beginnt die Karwoche. In diesen Tagen blicken wir besonders auf Jesus, den Mann aus Nazareth und begleiten ihn auf dem Weg ans Kreuz.

    Ohnmächtig und ausgeliefert – so scheint es – ist dieser Mensch. Ohnmächtig und ausgeliefert sein – dieses Gefühl erleben wir in diesen Wochen. Dem Virus sind wir ausgeliefert. Es bestimmt unseren Alltag und auch die Art und Weise, wie wir Ostern feiern werden. Nichts ist, wie wir es gewohnt sind. Auf manches, was uns lieb geworden ist, müssen wir verzichten. Wir sind ohnmächtig in dem Sinne, dass wir unser Leben plötzlich nicht mehr in der Hand haben, wie wir das oft glauben. Mit unseren Plänen und den Wünschen, die wir uns erfüllen. Das kennen wir sonst nicht: dass wir den gebuchten Urlaub nicht antreten können. Dass die Familie sich an den Feiertagen nicht sehen kann. Dass wir uns nicht zu Gottesdiensten in unseren Kirchen versammeln können. Und das sind noch die geringeren Probleme.

    Denn was ist mit den Menschen, die auf Intensivstationen sterben und ihren Angehörigen, die sie nicht begleiten können? Was ist mit denen die ihre Liebsten nicht mehr im Heim besuchen dürfen und nicht wissen, ob sie sie wieder sehen und ob sie sie noch kennen?

    Das sind die Menschen, die um ihre Existenz fürchten müssen und jene, die bis an die Grenzen der Erschöpfung arbeiten und darüber hinaus. Und der bange Blick in die Zukunft: Was kommt noch auf uns zu? Und dann gibt es noch die, die auf der Straße leben oder in Flüchtlingslagern. Sie können nicht einfach mal eben „zuhause bleiben.“

    Ohnmächtig und ausgeliefert sein – nie haben wir eine Passionszeit so erlebt. Man könnte meinen: Gott hat uns in diesen Tagen verlassen. Und auch gläubigen Christen und Christinnen fällt es schwer darauf zu vertrauen, dass Gott irgendwo ist und es gut mit uns meint.

    So wie es Jahr für Jahr schwer fällt, den Sinn im Leiden des Jesus von Nazareth zu erkennen. Die Menschen, die ihm damals gefolgt sind, haben sicher oft verzweifelt gefragt: Wo ist Gott? Und sogar Jesus selbst spricht es aus: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

    Mehr Ohnmacht kann ich mir nicht vorstellen.

    Für die Menschen in der Nachfolge Jesu damals hat sich die Situation gewandelt. Das Kreuz als Zeichen des Ausgeliefertseins und der Ohnmacht wird zum Symbol der Hoffnung. Auf die Karwoche folgt für uns Christinnen und Christen das Osterfest – ein etwas anderes Osterfest. Aber die Botschaft bleibt: Gott ist da und steht uns bei, wie er auch Jesus und den Seinen beigestanden hat. Und er wird dafür sorgen, dass ein anderes Leben wieder möglich wird, dass wir wieder aufleben können.

    Pfarrerin Katrin Adams, Limburg, adams@evangelisch-limburg.de; Telefon 06482-91077

    Gebet

    Gott, du scheinst fern zu sein in dieser Zeit.
    Wir fühlen uns verlassen, ohnmächtig und ausgeliefert.
    Es fällt uns schwer, auf deine Liebe zu vertrauen.
    Richte uns auf und schenke uns immer wieder Hoffnung und Mut.
    Lass uns aufleben, wenn die Zeit gekommen ist.
    Amen.

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