Evangelisches Dekanat Runkel

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    Mit Gott auf dem Sofa

    Foto: Peter Wagner

    Das Sofa, die Couch, der Lieblingssessel. Diese Möbel benutzen wir in diesen Tagen nochmal ganz neu. Wo wir sonst Fernsehabende verbringen, so manches Süße und Salzige verputzen und es einfach nur gemütlich ist. Da hat sich etwas verändert. Unsere Sofas sind zum Zentrum des Lebens geworden.

    Kinder turnen munter darauf herum, weil einem irgendwann kein Spiel mehr zur Beschäftigung einfällt. Die Eltern lehnen gegen die Polster und schreiben im Home-Office schnell noch ein paar Mails. Die Nachbarin von nebenan sitzt auf ihrem Sessel und ist noch einsamer als sonst. Die Pflegekraft lässt sich auf die Couch fallen und schläft nach einem langen Tag schnell ein. Und wir alle sitzen mit gemischten Gefühlen vor den Fernsehnachrichten und warten jeden Abend auf Neuigkeiten. Hören die Ansprachen von Politikern, von Virologen, die wir vorher nicht kannten und sehen vielleicht auch einen Fernsehgottesdienst. Und es entstehen ernste Gespräche in Sorge, Angst und Zuversicht. Spielen es manchmal herunter und schauen dann doch bangen Blickes in die Zukunft. Wo breitet es sich aus? Wird es bald weniger oder noch mehr? Besonders die Bilder aus Italien, diese schrecklichen Zahlen wollen nicht aus dem Kopf.

    Draußen halten wir Abstand, auf dem Sofa rücken wir enger zusammen. Auf einmal hat sich so viel verändert und viele Menschen denken seit ein paar Tagen ganz anders über sich und das Leben nach. Worauf kann ich mich verlassen?

    Es ist gut, sich darauf zu besinnen, was uns Halt im Leben gibt. So wie wir uns auf dem Sofa aufhalten und uns auf die Kissen legen, so können wir uns auch auf Gott verlassen und uns auf ihn legen.

    Gott ist wie ein Sofa – verlässlich, sicher, geborgen. Mitten im Leben, mitten im Chaos – da gibt es diese Kraft der Geborgenheit und Ruhe. Auf diese Kraft kann ich mich einlassen und ganz und gar verlassen. Wie ich auf das Sofa sinke, so können wir in Gott sinken und wir sind nicht verloren.

    Gott ist bei mir auf der Couch in meinem Fragen und Suchen. Er ist bei mir in meiner Familie, die nun so eng beieinander ist. Oder weit voneinander getrennt. Gott sitzt auch mit in den Pflegeheimen und Krankenhäusern und hält mit uns aus. Im Kranksein und im Chaos dieser Tage.

    Wir sind gehalten und getragen. Gott ist mit uns im Leben auf dem Sofa. Und da draußen.

    Ich wünsche ihnen in diesen Tagen ein Gefühl von Geborgenheit und den Glauben, dass wir von Gott gehalten sind.

    Pfarrer Christian Elias (Tel. 06471/8141 christian.elias@ekhn.de)

    Gebet

    Der du die Kraft bist, halte uns fest in deinen Armen. Damit wir sicher und getröstet sind. Halte uns fest an deinem Herzen, damit wir Liebe spüren in einer kalten Welt.
    Erhalte unsere Kranken, die jetzt so einsam sind und nicht wissen, ob es schlimmer wird. Halte zu uns, damit wir zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen.
    Erhalte uns alle in deiner Geborgenheit, damit wir diese Zeit dort überstehen, wo wir arbeiten und leben.
    Amen.

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