Evangelisches Dekanat Runkel

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Foto: Peter Wagner

Die Andacht vom 28. März kommt von Pfarrerin Katrin Adams, Limburg.

Wer Gottes Wille tut

In diesen Tagen konnte ich beim Blick aus dem Fenster eine Nachbarsfamilie beobachten. Am Nachmittag waren Erwachsene und Kinder im Garten. Die Kinder tobten herum. Die Erwachsenen werkten in Hof und Garten. Vermutlich war diese gemeinsame Zeit dem Corona-Virus geschuldet oder zu verdanken. In dieser Zeit sind Familien besonders auf sich gestellt. Kein Kindergarten, keine Schule, Home-Office – die Menschen sind mehr als sonst zusammen und aufeinander angewiesen. Da ist zu hoffen, dass die intensive gemeinsame Zeit gut überstanden und auch als Chance erlebt wird.

Das Zusammenleben von Menschen in Familie und Partnerschaft, in Nachbarschaften und in der Gesellschaft ist immer eine Herausforderung. Da kommen manchmal unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen zusammen. Verschiedene Interessen können in Konflikt geraten.

Das ist heute so, das gab es auch schon früher. So zum Beispiel vor zweitausend Jahren. Jesus steht noch am Anfang seines öffentlichen Wirkens. Da kommt seine Familie und lässt ihn rufen. Wahrscheinlich erwarten seine Mutter und seine Geschwister, dass er als ältester Sohn Verantwortung übernimmt und für seine Familie sorgt. Jesus aber weist seine engsten Verwandten ab und spricht die Worte: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. (Markus 3, 35)

Dieser Vers ist der neutestamentliche Lehrtext in den Losungen für den heutigen Tag. Auf den ersten Blick wirkt die Antwort Jesu sehr barsch. Dass er seine eigene Mutter und die Geschwister fort schickt, ist schon heftig. Hier zeigt sich, dass Jesus seine Botschaft so lebt und verkörpert, dass für so etwas wie „Privatleben“ kein Raum bleibt. So wie ihn wird es nur wenige Menschen geben, die ganz in ihrer Aufgabe aufgehen und keine Zeit für Familie oder Beziehungen haben. Das ist ja auch nicht erstrebenswert.

Interessant ist aber, dass Jesus den Begriff der Familie erweitert. Alle, die ihm folgen, sind Geschwister – untereinander, verbunden mit ihm und damit Gottes Kinder. Wir alle, die Menschen vor Ort, in unserem Land und darüber hinaus, sind als Geschwister verbunden. Das Virus kennt keine Grenzen. Weder familiäre noch nationale. Deswegen können wir diese Zeit nur überstehen, wenn wir uns das bewusst machen. Aneinander denken und füreinander beten in geschwisterlicher Fürsorge. Rücksicht und Verantwortung übernehmen. Solidarisch sind und auch an die denken, die allein zuhause sind. Für mich ist dabei auch wichtig, dass wir den Begriff „Familie“ noch mal weiter denken und nicht beschränken auf die, die sich als Christen und Christinnen verstehen.

Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Mit diesen Worten weist Jesus uns auch heute den Weg: zugewandt, verständnisvoll und verantwortungsvoll zu leben – bei aller nötigen Distanz.

So können wir diese Zeit hoffentlich überstehen im Vertrauen darauf, dass Gott uns als seine Kinder nicht einfach unserem Schicksal überlässt.

Pfarrerin Katrin Adams, Limburg
adams@evangelisch-limburg.de
06482-91077

Gebet

Bewahre und behüte uns, Gott!
Lass uns als Geschwister miteinander leben
und verantwortungsvoll füreinander da sein.
Schenke uns die Kraft, diese Zeit zu bestehen,
und die Hoffnung, dass du bei uns bist.
Bewahre und behüte uns.
Amen.

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