Evangelisches Dekanat Runkel

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    Peter Wagner

    Die Andacht vom 23.3.2020 kommt von Guido Hepke, Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Weilburg.

    Gott begleitet uns – auch in dieser Corona-Pandemie
    Wir befinden uns im Krieg. Mit diesen Worten hat Präsident Macron gestern Abend drakonische Regierungsmaßnahmen begründet. In Frankreich herrscht seitdem eine weitgehende Ausgangssperre. Auch bei uns werden in der Verfassung verbürgte Grundrechte außer Kraft gesetzt. Die Regierung verbietet alle Gottesdienste in den Kirchen. Die Gotteshäuser müssen geschlossen werden, während die Baumärkte geöffnet bleiben.

    Manche sagen: So etwas gab es nicht einmal im Krieg. Die Ostergottesdienste 1945 fanden fast überall statt – allen Bombenangriffen zum Trotz. Das ist richtig. Trotzdem hinkt der Vergleich: Der Coronavirus ist ein unsichtbarer Gegner. Da hilft kein Sirenenalarm. Außerdem war der Nazi-Regierung damals das Leben der eigenen Bürgerinnen und Bürger völlig gleichgültig.

    Deshalb ist die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der einzelnen Regierungs-Maßnahmen nachrangig. Als Bürgerinnen und Bürger können wir darauf vertrauen: Die Regierungen der EU lassen sich leiten von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und sie handeln, um unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu schützen.

    In der gegenwärtigen Situation geht es um ein Abwägen: Was ist das höhere Gut? – Der Schutz des Lebens möglichst vieler Menschen oder das Bewahren der Versammlungsfreiheit. Es ist das geringere Übel, für ein paar Wochen die bürgerlichen Grundrechte einzuschränken. Dadurch kann die Geschwindigkeit verlangsamt werden, mit der sich der Coronavirus verbreitet.

    Das Grundrecht auf Religionsfreiheit und Religionsausübung bleibt bestehen. Die EKD und auch die EKHN bieten Andachten auf ihren Internetseiten an. Die Fernseh- und Radiogottesdienste sind wunderbare Angebote, um auch von zuhause aus Gottesdienste zu feiern. Zugegeben: Das ist nicht das gleiche wie eine Osternachtsfeier in der Heilig-Grab-Kapelle mit anschließendem gemeinsamen Osterfrühstück in der Schlosskirche. In dieser Krisenzeit muss es Alternativen geben, um zu beten und um sich durch Gottes Wort stärken zu lassen.

    Alle Kirchen arbeiten gegenwärtig daran, wie Karfreitag und Ostern in dieser ungewöhnlichen Situation gefeiert werden kann. Vielleicht lässt uns die Pandemie mit ihren Einschränkungen noch einmal ganz neu auf die Botschaft dieser Wochen hören: Jesus Christus hat das Leid dieser Welt auf sich genommen, um uns Menschen zu erlösen.

    Jesus Christus hat gelitten, was ein Mensch nur erleiden kann: Erniedrigung, Folter, ein schmerzhafter Tod am Kreuz. Mit ihm wird niemand tauschen wollen. Und doch hat Jesus Christus dies alles auf sich genommen, damit wir Menschen spüren: Wir sind niemals alleine. Jesus Christus weiß, wie sich Leid und Elend anfühlt. Er hat an Körper und Seele das Sterben und den Tod hingenommen. Genau damit kommt uns Gottes Sohn näher, wenn wir Leid erfahren. Selbst wenn unser Leben zu Ende geht, Jesus ist nahe bei uns. Und in ihm begleitet uns Gott, der Schöpfer allen Lebens.

    Ich wünsche uns, dass uns die biblische Botschaft von Jesus Christus Trost und Halt gibt. Vielleicht nehmen Sie die Bibel einfach zur Hand und lesen in den Evangelien nach. Erzählen Sie einander, was Sie tröstet und stärkt. Sie können mir gerne Ihre Eindrücke schreiben. Gute Gedanken geben wir gerne weiter – auch auf unserer Homepage.

    Pfarrer Guido Hepke, Tel. 0 64 71 / 31 19 400; hepke@evangelisch-in-weilburg.de

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