Evangelisches Dekanat Runkel

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Maske auf!

Foto: Susanne Stock

Die Nähmaschine rattert - ich nähe Gesichtsmasken für meine Kinder.

„Ich nehme den Stoff mit Elefanten“ ruft der Sechsjährige. „Und ich den mit Punkten“ schreit die Ältere.

Maskenpflicht in Hessen, mir ist etwas mulmig zumute. Ich finde die Dinger unangenehm, habe das Gefühl, ich bekomme nicht richtig Luft. Darunter ist es stickig und ständig fummele ich daran rum. Ich schaue auf die Kinder. Peng, Peng!! Sie spielen Cowboy und Überfall. Maskiert natürlich, damit man sie nicht erkennt. Aus diesem Kontext kennt man die Masken. Masken dienen dazu, nicht erkannt zu werden. Letzte Woche hat meine Nachbarin mich beim Einkaufen nicht erkannt. Unser Minen-Spiel geht verloren unter einem Stück Stoff. Wir sehen nicht, ob unser Gegenüber fröhlich oder verängstigt oder verärgert ist. Allenfalls ein paar Lachfältchen blitzen an den Augen hervor.

Ich frage mich, ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist. Einerseits machen es diesen Masken schwer, mit anderen richtig in Kontakt zu treten, wenn man nur die Augen sieht. Andererseits sind wir auf aufgefordert, näher hinzusehen, auf anderes zu achten. Bei der Sendung „The Masked Singer“ sind die Sängerinnen und Sänger maskiert, damit man auf das Wesentliche achten kann, nämlich ihre Stimme und nicht das Aussehen, das Ansehen, das Styling.

Zu seinem Volk Israel sagt Gott „Ich habe dich in der Wüste erkannt, im Land der glühenden Hitze.“ Hos 13,5.

So heißt es in einer Bibelübersetzung. Erkennen heißt, sich eines anderen annehmen. Gott nimmt sich seinem Volk an. Und so lesen wir es auch für uns. Gott nimmt sich unserer an, auch in der Wüste, die die Coronazeit für uns sein. Und Gott erkennt uns. Auch im „Land der glühenden Hitze“, unter unserer Maske. Gott nimmt sich unserer an. Uns, die wir uns vielleicht schwer tun mit den Veränderungen, die wir akzeptieren müssen. Aber auch und vor allen derjenigen, die aktut bedroht sind und die wir mit einer Maske schützen können.

Denn die Maske ist ein Symbol der Solidarität und der Nächstenliebe. Wir müssen die Maske nicht lieben. Es genügt, wenn wir andere Menschen lieben, um sie zu tragen. Somit gilt für uns alle: Maske auf! Meine Maske hat übrigens große Punkte.

Bleiben Sie gesund!
Ihre Susanne Stock

Hier der Link zum entsprechenden Youtube-Video:
https://www.youtube.com/watch?v=zBFfuWKGAKo&feature=youtu.be

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