Evangelisches Dekanat Runkel

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Glocken läuten - Zeichen der Verbundenheit

Foto: Peter Wagner

Es ist wichtig, in diesen Tagen auch immer wieder lachen zu können: Die gemeinsame Läutezeit 12:00 Uhr (5 Minuten) war relativ schnell beschlossen, aber ich muss gestehen, dass ich laut lachen musste, als der vierte „Zeitvorschlag“ für ein gemeinsames Abendläuten der Kollegen und umliegenden Gemeinden bei mir über WhatsApp ankam. Da waren auf einmal 18:00, 19:00, 21:00 Uhr und zuletzt (weil ökumenisch, gemeinsam mit den katholischen Kirchengemeinden) 19:30 Uhr „im Angebot“, mit und ohne „Kerze ins Fenster stellen“. Ein bisschen genervt kann man schon sein, von immer neuen Vorschlägen, von immer neuen Zeiten, die per Mail im Pfarrbüro eingehen und per WhatsApp im Smartphone. Dieses Chaos kommt von verschiedenen Projekten, die von verschiedenen Absendern, zu verschiedenen Zeiten an die verschiedenen Kontakte geschickt werden.

Wenn ich einmal das Lustige daran und vielleicht auch das Nervige abziehe, dann sehe ich dahinter ein großes Bedürfnis, etwas tun zu können. Wir müssen im Moment fast alle damit klar kommen, dass unsere normale Arbeit nicht möglich ist. Der Schwerpunkt unserer Arbeit als Pfarrer und Pfarrerinnen besteht darin, Menschen in den verschiedenen Lebenssituationen zu begleiten. Etwa Menschen bei einem Abschied von einem lieben Angehörigen. Da sein, zuhören, vielleicht auch mal die Hand halten oder eine stille Umarmung zulassen, das ist eine unserer Herzensangelegenheiten in unserem Beruf. Oder mit Konfirmanden jetzt im Frühling die intensive Zeit bis zur Vorstellung und Konfirmation gemeinsam zu erleben und auch gemeinsam zu feiern. All das, und vieles mehr, ist im Moment nicht möglich. Ostern, das wichtigste christliche Fest, das viele Gemeinden mit großer Kreativität und Gastfreundschaft gestalten, wird dieses Jahr nur in „virtueller Gemeinschaft“ möglich sein.

All das ist nicht leicht zu ertragen und stellt uns vor neue Herausforderungen. An manchen Tagen kommen wir besser damit klar, an anderen weniger. Ich stelle aber fest, dass unsere Kirchenleitung, die Pfarrer, Kirchenvorstände und Gemeinden im Moment einen großen Ideenreichtum entwickeln, ihre „Schäfchen“ sowohl digital als auch analog zu erreichen. Über das Telefon, die homepage, über youtube, über das Fernsehen, Radio und die Zeitungen. Über Girlanden mit Engelkarten oder guten Worten, an die Kirchen oder Pfarr-häuser gehängt (zum Mitnehmen) und vieles mehr. Ich sehe es so: Dass die Glocken läuten sollen, ist der Versuch eines gemeinsamen Zeichens der gedanklichen Verbundenheit in schwierigen Zeiten - über Worte hinaus. Also werden wir jetzt mit der freundlichen telefonischen Einweisung unserer Glockenfirma (hoffentlich noch im Kopf ) unsere Glocken auf die „ökumenische Variante“ einstellen und läuten nun auch um 19:30 Uhr.

Konstanze Buddruss, Pfarrerin in Weilmünster
Tel.: 06472-911066, pfarramt-weilmuenster@t-online.de

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