Evangelisches Dekanat Runkel

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    Quasimodogeniti

    Foto: Peter Wagner

    „Quasimodogeniti“, so lautet der Name des heutigen Sonntags. Das hat nun nichts mit dem bekannten Glöckner von Notre-Dame zu tun, der auf einen ähnlichen Namen gehört haben soll, sondern stammt vielmehr aus dem ersten Petrusbrief. Dort finden sich nämlich in der lateinischen Version die Worte „quasi modo geniti infantes“, übersetzt: „Wie neugeborene Kinder“.

    Der Hintergrund ist dabei folgender: in der frühen Kirche wurden die Menschen nicht nur in der Regel als Erwachsene getauft, sondern normalerweise auch rund um das Osterfest. Um ein neues Leben mit Jesus Christus zu beginnen, war das Fest der Auferstehung, das Fest des neuen Lebens in Christus, eben der beste Termin. Wenn man dann getauft war, trug man als äußeres Zeichen noch einige Tage lang ein weißes Taufgewand, ehe man am Sonntag nach Ostern wieder in den Alltag zurückkehrte. Doch der Alltag war jetzt ein anderer, denn man hatte ja nun die Gewissheit: Jesus Christus ist mit mir, ich gehöre mit der Taufe zu ihm. Man lebte eben von diesem Sonntag an „wie neugeborene Kinder“, „quasi modo geniti infantes“.

    Heutzutage ist das natürlich ganz anders. Bei uns wird man in der Regel als Säugling getauft. Das ganze findet auch irgendwann im Laufe des Jahres und damit nur noch selten an Ostern statt. Und niemand läuft anschließend tagelang in weißem Gewand durch die Gegend, um zu zeigen, dass er gerade getauft wurde.

    Den Sonntag Quasimodogeniti jedoch, den gibt es immer noch. Und damit auch seine Botschaft an alle, die irgendwann einmal getauft wurden: Jesus Christus ist mit dir, mit deiner Taufe gehörst du zu ihm! Und das ist gerade in diesem Jahr eine sehr tröstliche Botschaft. Bei allem, was uns in den letzten Wochen beschäftigt hat, was uns heute beschäftigt und uns wohl auch noch eine ganze Weile begleiten wird, bei allen Unsicherheiten, Ängsten, Irrungen und Wirrungen dieser Zeit dürfen wir sicher sein: wir sind nicht alleine. Jesus Christus und damit niemand anders als Gott selbst ist bei uns, begleitet uns, hält und trägt uns.

    Sicherlich ändert eine solche Gewissheit nichts von jetzt auf gleich. Das Corona-Virus wird morgen früh deshalb nicht verschwunden sein, das Leben wird sich nicht von einem Moment auf den anderen wieder normalisieren. Aber die Sicherheit, von Jesus Christus, von Gott begleitet zu sein, sie kann uns die Kraft geben, all das zu bewältigen, was noch vor uns liegt – jedem und jeder Einzelnen von uns wie auch uns allen gemeinsam.

    Deshalb: lasst uns doch gerade heute so sein wie die neugeborenen Kinder, „quasi modo geniti“.

    Pfarrer Achim Schaad (Tel. 06471/8440; achim.schaad@ekhn.de)

    Gebet

    Gott des Lebens,
    lass uns erblühen, begleitet von deiner Liebe,
    lass uns im Glauben wachsen und
    lass unseren Glauben und unser Tun
    immer wieder Früchte tragen in dieser Welt.
    Schenke uns Hoffnung und Kraft für alles, was uns widerfährt.
    Gott, wecke uns zu einem Leben in der Fülle deiner Gegenwart.
    Amen.

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