Evangelisches Dekanat Runkel

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Meine Zeit steht in deinen Händen

Foto: Peter Wagner

In der Erzählung „Die Zeiger der Uhr“ von Rainer Epbinder wird berichtet, dass in einem Dorf jedem Kind in der Nacht vor seinem sechsten Geburtstag eine gute Fee erscheint und ihm einen Wunsch erfüllt. Einmal hat sich ein ungeduldiges Mädchen gewünscht, dass die Zeit schneller vergeht, damit es nicht länger auf seinen Geburtstag warten muss.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Wünschen nicht auch wir uns in diesen Tagen und Wochen so manches Mal, dass die Zeit schneller voran geht? Nicht, weil wir sehnsüchtig auf unseren Geburtstag warten und endlich unsere Geschenke auspacken wollen. Aber so gerne möchten wir unser normales Leben wieder aufnehmen. Wie gewohnt zur Schule und zur Arbeit gehen, unsere Lieben wiedersehen, uns mit Freunden und Freundinnen treffen. Uns nicht mehr sorgen müssen. Mal wieder reisen dürfen. Oder eben miteinander Gottesdienst feiern.

Wir ahnen, dass es noch eine Weile dauern wird, bis es soweit ist, und sehen auch ein, dass es nicht anders geht. Aber gerne würden wir die Zeiger der Uhr vorstellen und diese Zeit hinter uns bringen.

In der Erzählung wird dem kleinen Mädchen seine Bitte erfüllt. Die Zeiger der Uhr drehen sich tatsächlich schneller. Das hat zur Folge, dass die Menschen sich hetzen müssen, um ihre tägliche Arbeit zu erfüllen. Zum Ausruhen und Feiern, für das Spiel der Kinder bleibt keine Zeit mehr. Vielleicht wird es uns ja ähnlich erscheinen, wenn uns der alltägliche Trott wieder im Griff hat und wir, wie schon so oft, „keine Zeit“ haben. Rainer Epbinder erzählt, dass der Bürgermeister persönlich einem kleinen Jungen vor seinem Geburtstag das Anliegen vorträgt: er soll sich wünschen, dass die Uhr wieder langsamer geht.

Von da an drehen sich die Zeiger der Uhr besonders langsam. Die Zeit scheint still zu stehen. Die Tage scheinen, kein Ende zu nehmen. Es bleibt viel Zeit, um sich zu streiten. Auch das mag manch einem und manch einer bekannt vorkommen. Wo Familien oder Partner mehr als sonst auf engem Raum zusammenleben, da kann es schon mal Konflikte geben. Oder man geht sich auf die Nerven. Anderen wiederum, die alleine leben, scheint die Uhr still zu stehen. Und es fällt schwer, den Tag zu füllen. In dem kleinen Dorf ist die Welt erst wieder in Ordnung, als die Uhren wieder laufen wie gewohnt.

Wir können die Uhren nicht vordrehen und müssen damit leben, dass diese Zeit der Einschränkung noch eine Weile dauern wird. Mir hilft da der Gedanke: auch diese Zeit ist von Gott begleitete Zeit. Und ich kann versuchen, das Beste aus ihr zu machen.

Pfarrerin Katrin Adams, Limburg adams@evangelisch-limburg.de

Tel. 06482-91077

Lied

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich, was wird morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los, Vater, du wirst bei mir sein.

EG plus 111, 1; Text: Peter Strauch

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