Evangelisches Dekanat Runkel

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    Zwischenzeit

    Foto: Peter Wagner

    Es war sicherlich ein denkwürdiger Tag, dieser allererste Karsamstag vor rund 2.000 Jahren. Jesus war tot und bereits begraben, an seine Auferstehung dachte noch niemand. Nach dem Trubel rund um die Kreuzigung nur wenige Stunden zuvor war es plötzlich still geworden – sehr still. Und doch war denjenigen, die um den Gekreuzigten trauerten, sicherlich nicht nach Stille zumute. Sie hätten am liebsten geschrien, vor Wut und Traurigkeit, vor Angst. Sie hätten die Verantwortlichen am liebsten lautstark angeklagt: die Römer, all diejenigen, die „Kreuzige ihn“ gebrüllt hatten. Doch all dies ging nicht, war nicht möglich. Und so war es still geworden um die Anhänger Jesu, die sich zurückzogen in ihre Häuser und sich dort verbarrikadierten. Sicher, nur wenige Stunden später sollte sich das alles ändern: das Grab leer, Jesus auferstanden, wieder da, unter den Lebenden. Doch noch war es nicht soweit. Dieser allererste Karsamstag: eine Zwischenzeit.

    Und das ist er irgendwie bis in unsere Zeit geblieben. Karsamstag, das ist der Tag, da geht man nochmal einkaufen, die restlichen Dinge für die beiden Osterfeiertage besorgen, schließlich haben die Geschäfte ja nochmal geöffnet. In vielen Familien steht das Eierfärben auf dem Programm. Letzte Vorbereitungen für die Feierlichkeiten an Ostersonntag und Ostermontag werden getroffen. Die Karsamstage im 21. Jahrhundert waren und sind eben auch eine Art Zwischenzeit.

    Und in diesem Jahr? Zwischenzeit! Aber noch viel mehr und ganz anders als sonst. Ein Karfreitag ohne Gottesdienst liegt hinter uns, ein Osterfest ebenfalls ohne Gottesdienste vor uns. Das Leben ist geprägt von #stayathome, von all den vielen Unsicherheiten und Ängsten rund um das Coronavirus. Sicher: Einkaufen, Eier färben, das morgige Osterfest irgendwie vorbereiten, das geht alles immer noch. Nur eben völlig anders, als wir es kennen und gewohnt sind. Und das verstärkt all die Unsicherheit und Beklommenheit, all die Ängste und Zweifel dieser Tage und Wochen häufig nochmal.

    Doch es gibt etwas, das dagegen helfen kann. Der Blick zurück nämlich, der Blick auf den allerersten Karsamstag. Denn auch, wenn es damals niemand wusste, niemand hätte glauben können: dieser Tag, er stand bereits unter dem Zeichen der Auferstehung. Nur wenige Stunden später sollte sich alles ändern, sollte sich das Grab öffnen und Jesus auferstehen, sollten sich Angst und Unsicherheit in Osterjubel verwandeln. Und genauso, wie damit die Hoffnung schon den allerersten Karsamstag begleitete, genauso dürfen auch wir heute – gerade heute! – Hoffnung haben: Hoffnung, dass alles vorübergehen wird, Hoffnung auf neue Normalität, Hoffnung auf Nähe zu unseren Mitmenschen, die auch wieder möglich sein wird. Sicherlich nicht schon morgen, sicherlich nicht schon an Ostern. Aber irgendwann bestimmt.

    Und so wünsche ich Ihnen einen Karsamstag voller Hoffnung auf neue Zeiten und ein gesegnetes Osterfest.

    Pfarrer Achim Schaad, Tel. 06471/8440; achim.schaad@ekhn.de

    Gebet

    Guter Gott, sei gerade heute in dieser Zwischenzeit bei uns.
    Schenke uns Geduld von deiner Geduld
    und vor allem Hoffnung von deiner Hoffnung.
    Amen.

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